Abmessungen eines Fußballfeldes


Das Spiel auf freiem Feld unterliegt im Allgemeinen folgenden Regeln: Gespielt wird auf einem rechteckigen freien Feld. Im Profifußball dient ein Rasen als Bodenbelag, seltener wird auf einem Hartplatz (Tennenfläche), zunehmend jedoch auf Kunstrasengespielt. Die Länge der kurzen Seiten (Torlinie) soll zwischen 45 und 90 Meter, die der langen Seiten (Seitenlinie) zwischen 90 und 120 Meter betragen (üblich sind 68 auf 105 Meter, diese Maße sind seit 2008 zwingend bei Länderspielen vorgeschrieben). Das Spielfeld wird durch weiße Linien (meistens Kalk) begrenzt. Alle Linien dürfen höchstens zwölf Zentimeter breit sein. Diese markieren außerdem die Mittellinie, den Anstoßkreis, den Strafraum und den Torraum, sowie die vier Eckkreise. In der Mitte der kurzen Seiten befindet sich je ein Tor. Es besteht aus zwei „Pfosten“, die durch eine „Querlatte“ verbunden sind. Der Abstand zwischen den Innenkanten der Pfosten beträgt 7,32 Meter. Die Unterkante der Querlatte ist 2,44 Meter vom Boden entfernt. Die Tore sind mit Netzen versehen, um den Ball aufzufangen und einen Torerfolg anzuzeigen. Der Fußball soll rund sein und aus einem geeigneten Material wie zum Beispiel Leder bestehen.

Allgemeines


Fußball ist ein Ballsport, bei dem zwei Mannschaften mit je elf Spielern (einem Torhüter und zehn Feldspielern) gegeneinander antreten. Ziel ist es, den Ball möglichst oft im gegnerischen Tor unterzubringen. Fußball wird vorwiegend mit dem Fuß gespielt. Die Feldspieler dürfen jedoch auch andere Körperteile mit Ausnahme ihrer Hände und Arme verwenden. Nur der Torhüter darf innerhalb des eigenen Strafraums den Ball mit der Hand spielen, um einen Tor genannten Treffer zu verhindern. Fußball wird von zwei Mannschaften mit je elf Spielern auf einem rechteckigen Spielfeld gespielt. Ziel des Spieles ist es, den Ball öfter in das gegnerische Tor zu befördern, als es der Gegner schafft. Ein Tor zählt nur, wenn der Ball zur Gänze hinter der Torlinie ist. Fußball ist sowohl die Bezeichnung für die Sportart als auch für das Spielgerät selbst. Die Tore befinden sich in der Mitte der beiden kurzen Seiten des Spielfelds. Bewacht werden sie von einem besonderen Spieler der jeweiligen Mannschaft, dem Torwart, der innerhalb des Strafraums den Ball auch mit den Händen spielen darf. Der Torwart trägt eine spezielle Kleidung und Ausrüstung (Torwarthandschuhe), die ihn optisch von den anderen Spielern unterscheidet. Die anderen zehn Spieler jeder Mannschaft werden Feldspieler genannt und unterteilen sich in Abwehr-, Mittelfeld- und Angriffsspieler. Sieger ist die Mannschaft, die die meisten Tore erzielen konnte. Bei Gleichstand endet das Spiel unentschieden. Eine Ausnahme bilden Spiele in so genannten K.-o.-Runden, dort kann es zum Zwecke der Entscheidungsfindung zur Verlängerung oder zum Elfmeterschießen kommen.



Verbreitung



Fußball ist heute eine der beliebtesten und am weitest verbreiteten Sportarten weltweit. Laut Angaben des Weltfußballverbandes FIFA spielten im Jahre 2006 über 265 Millionen Menschen in über 200 Ländern Fußball. Davon sind über 38 Millionen in weltweit über 325.000 Vereinen organisiert.[1]207 Länder und autonome Regionen sind Mitglieder der FIFA. Vor allem die einfachen Grundregeln sowie die geringe Ausrüstung, die zur Ausübung dieses Sports notwendig ist, machten das Spiel, das weltweit die gleichen Regeln hat, so populär und förderten seine Ausbreitung. Allein in Deutschland sind sechs Millionen Menschen in über 27.000 Fußballvereinen aktiv. Hinzu kommen noch etwa vier Millionen Menschen, die als so genannte Hobbykicker in ihrer Freizeit in Hobby-, Betriebs- oder Thekenmannschaften regelmäßig Fußball spielen. Der Nobelpreisträger Albert Camus sagte einmal: „Was ich schließlich am sichersten über Moral und Verantwortung weiß, verdanke ich dem Fußball.“ Es wird nicht nur auf der ganzen Welt Fußball gespielt, sondern es gehen Millionen Menschen regelmäßig in Fußballstadien, um dem Spiel zuzuschauen. Insbesondere in Europa und Südamerikadominiert der Fußball in der Sportberichterstattung. Weit mehr verfolgen die Spiele in allen Ländern der Welt über das Fernsehen. Die Fankultur ist überwiegend männlich geprägt und hat unter anderem auch Elemente des Hooliganismus und der Homophobie (siehe unten) vorzuweisen, jedoch ebenfalls gegenläufige Erscheinungen. Frauenfußball ist in der öffentlichen Wahrnehmung aufgrund dieser männlichen Prägung weitaus weniger präsent, dennoch nimmt er in einigen Ländern, wie beispielsweise den Vereinigten Staaten, eine bedeutende Rolle ein. Durch die zunehmende Popularität dieser Sportart stieg die Anzahl der Fußballverletzungen, u. a. aufgrund des vermehrten Interesses und der sich daraus ergebenden Zunahme der medienträchtigen Wettbewerbe. Etwa 40 bis 60 Prozent der Sportverletzungen und 3,5 bis 10 Prozent der Aufenthalte im Krankenhaus, resultierend aus diesen Sportverletzungen, sind in Europa auf den Fußball zurückzuführen. Fußball kann fast überall mit geringem Aufwand betrieben werden. Zudem gelten auf der gesamten Welt die gleichen, anerkannten Regeln. Allein in Deutschland wird die Sportart von über 6 Millionen Spielern in 27.000 Fußballvereinen ausgeübt. Die 306 Spiele der Fußball-Bundesliga-Saison 2004/05 besuchten über 11,56 Millionen Zuschauer (im Schnitt 37.781 Zuschauer). Die höchste je dokumentierte Zuschauerzahl ist 199 854 (WM 1950, Brasilien-Uruguayim Maracanã-Stadion). Fußball hat einen wichtigen sozial verbindenden Einfluss: Die Fußballinteressierten sind aus allen Altersschichten. Ähnlich ist es beim Publikum, es zieht nahezu alle Schichten auf die regionalen Fußballplätze und in die modernen Arenen. Für viele Millionen Menschen ist der Fußball vor allem Freizeit-Vergnügen, er ist aber auch Gesprächsthema, für einige Fußballfans eine Art Ersatzreligion. Der Fußball ist für die Medien von großer Bedeutung, er füllt die regionalen und überregionalen Zeitungen, die Fachzeitschriften und sorgt für höchste Einschaltquoten im Fernsehen. Ein weiterer Grund ist, dass Fußball es ermöglicht, menschliche Unzufriedenheit oder „nationale Differenzen“ gewaltlos auszutragen oder zumindest zu kanalisieren, was hierbei allerdings nicht allzu ernst genommen werden darf.



Spielerausrüstung



Spielerausrüstung der Feldspieler und des Torwarts sind Trikot, Stutzen, Schienbeinschützer, Fußballschuhe und kurze Hosen. Die Regeln besagen, dass ein Spieler keinen Schmuck (Kette, Ring, Ohrring o. ä.) im Spielbetrieb, tragen darf. Auch Brillen sind verboten, außer es ist medizinisch unbedingt notwendig (z. B. bei Edgar Davids). Der Grund dafür liegt in der erhöhten Verletzungsgefahr, wenn Schmuck oder Brillen getragen werden. Der Ball darf mit dem ganzen Körper gespielt werden, außer mit Armen und Händen. Davon ausgenommen ist der Torwart. Er ist als solcher durch Kleidung gekennzeichnet, die sich deutlich von den Trikots der Feldspieler und des Schiedsrichters unterscheidet. Er darf als einziger während des laufenden Spiels den Ball auch mit Händen und Armen berühren, jedoch nur innerhalb des eigenen Strafraums und nur, wenn der Ball nichtabsichtlich vom eigenen Mitspieler mit dem Fuß oder dem Knie zu ihm zurückgespielt wurde (Rückpassregel). Mit dem Kopf oder der Brust darf man den Ball jedoch zurückspielen. Außerhalb dieser Zone verhält er sich wie ein normaler Feldspieler. In jeder Mannschaft übernimmt ein Spieler die Rolle des Torwarts, dessen Aufgabe normalerweise darin besteht, als letzte Abwehrmaßnahme gegnerische Tore zu verhindern. Ein Spiel darf nicht angepfiffen werden, wenn kein Spieler als Torwart gekennzeichnet ist. Auch Feldspieler dürfen ausnahmsweise den Ball mit den Händen spielen, und zwar beim Einwurf, um den Fußball erneut in die Partie zu bringen, nachdem er die Seitenlinie überquert hat. Jedes andere absichtliche Berühren des Balles mit der Hand ist verboten. Als „absichtlich“ ist ein Handspiel immer dann zu werten, wenn der Spieler eine Bewegung mit der Hand oder dem Arm zum Ball ausführt. Wird eine Hand in natürlicher Haltung angeschossen, liegt kein absichtliches Handspiel vor.



Spielzeit


Die Spielzeit beträgt im Erwachsenenbereich 90 Minuten, aufgeteilt in zwei Spielhälften von je 45 Minuten Dauer mit einer Halbzeitpause von maximal 15 Minuten. Die tatsächliche Spieldauer ist jedoch meist um einige Minuten länger, da der Schiedsrichter auf Grund von Unterbrechungen die Spieldauer um eine entsprechende „Nachspielzeit“ verlängern kann.

Spieler


Eine Mannschaft besteht aus zehn Feldspielern und einem Torwart. Durch Platzverweise („Rote Karte“ oder „Gelb-Rote Karte“) kann sich die Zahl der Spieler reduzieren. Insgesamt dürfen bei Wettbewerbsspielen maximal drei Ersatzspieler bei Bedarf eingewechselt werden, um erschöpfte oder verletzte Spieler auszutauschen oder taktische Änderungen vorzunehmen. Bereits ausgewechselte Spieler dürfen jedoch nicht wieder eingewechselt werden. Verstößt eine Mannschaft gegen eine dieser Regeln, so wird das Spiel im Nachhinein 3:0 für den Gegner strafverifiziert, falls der Gegner nicht höher als 3:0 gewonnen hat. Kann eine Mannschaft nur noch weniger als sieben Spieler aufbieten, kann der Schiedsrichter das Spiel auf Verlangen des Spielführers der dezimierten Mannschaft abbrechen, sofern sie zu diesem Zeitpunkt in Rückstand liegt. In diesem Fall wird das Spiel ebenfalls strafverifiziert.



Schiedsrichter


Die Einhaltung der Regeln wird von einem Fußballschiedsrichter auf dem Spielfeld überwacht. Er wird bei höher klassigen Spielen von zwei Schiedsrichterassistenten(Linienrichtern) an den Längsseiten des Spielfeldes unterstützt. Bei vielen internationalen Spielen (WM, EM, Europapokal, UEFA Women’s Cup) und in der Bundesliga steht zudem ein weiterer Assistent, der so genannte „Vierte Offizielle“ zur Verfügung. Seine Aufgabe ist es, das Verhalten der Trainer, Betreuer und Ersatzspieler zu überwachen, Ein- und Auswechslungen abzuwickeln und die Nachspielzeit anzuzeigen. Seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gibt es zusätzlich noch einen fünften Offiziellen, der als Reserve für die anderen beiden Schiedsrichterassistenten nominiert wird. Verstößt ein Spieler gegen die Regeln, entscheidet der Schiedsrichter auf Foul. Das Spiel wird unterbrochen, und die Mannschaft, der dieser Spieler nicht angehört, erhält einen Freistoß, oder, wenn das Foul im Strafraum begangen wurde, einen Strafstoß. Aufgrund des Abstandes von der Torlinie zum Strafstoßpunkt (elf Meter) wird der Strafstoß im Sprachgebrauch auch „Elfmeter“ genannt. Wenn die Spielunterbrechung eine für die geschädigte Mannschaft vorteilhafte Spielsituation unterbrechen würde, liegt es im Ermessen des Schiedsrichters auf „Vorteil“ zu erkennen und das Spiel weiterlaufen zu lassen. Auf direkten Freistoß oder Strafstoß entscheidet der Schiedsrichter, wenn das Spiel wegen eines absichtlichen Handspiels oder wegen eines Fouls (mit Körperkontakt) unterbrochen wurde. In allen anderen Fällen entscheidet der Schiedsrichter auf indirekten Freistoß. Aus einem direkten Freistoß kann direkt ein Tor erzielt werden. Nach einem indirekten Freistoß ist der Ball erst im Spiel, wenn ein zweiter Spieler (egal welcher Mannschaft) den Ball berührt hat. Es kann also nur ein Tor erzielt werden, wenn ein Spieler der eigenen oder der gegnerischen Mannschaft den Ball auf dem Weg ins Tor berührt. Außerdem kann der Schiedsrichter eine Verwarnung gegen den foulenden Spieler aussprechen. Dies zeigt er durch die „Gelbe Karte“ an. Bei schweren Regelverstößen (z. B. bei einem schweren Foul) kann er den Spieler auch des Platzes verweisen, in dem er ihm die „Rote Karte“ zeigt. Zu einem Platzverweis führt auch, wenn ein Spieler die zweite Gelbe Karte in einem Spiel bekommt, diese zieht dann automatisch eine rote Karte nach sich, weshalb sie auch „Gelb-Rote Karte“ genannt wird. Insbesondere sollen Fouls oder Handspiel dann mit einem Feldverweis (rote Karte) bestraft werden, wenn dadurch eine klare Torchance des Gegners verhindert wird.



Abseits-Situation: Rot ist abseits



Als komplizierteste Regel im Fußball gilt die Abseitsregel. Die Abseitsregel ist eine Bestimmung, die bestimmte Spielfeld-Positionen angreifender Spieler gegenüber den Verteidigern der gegnerischen Mannschaft als regelwidrig erklärt und somit den Angriff auf das gegnerische Tor unterbindet.



Schiedsrichterball



Ein Schiedsrichterball wird gegeben, wenn ein Fußballspiel unterbrochen wird, ohne dass ein Spieler auf dem Feld gegen die Spielregeln verstoßen hat. Wenn sich z. B. ein Spieler ohne Beteiligung eines Gegners verletzt, kann der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen. Anschließend wird es mit Schiedsrichterball an der Stelle, an der es unterbrochen wurde, fortgesetzt.

Spielverhältnisse



Ist der Platz aufgrund schlechten Wetters oder Nachlässigkeit unbespielbar, so dass die Spieler Gefahr laufen, sich zu verletzen und eine ordnungsgemäße Durchführung des Spieles nicht möglich ist, kann der Schiedsrichter das Spiel absagen bzw. nach Anpfiff unterbrechen. Auch wenn das Flutlicht bei Dunkelheit ausfällt, wird das Spiel unterbrochen. Ist nach einer bestimmten Zeit (meistens 30 Minuten) der Fehler nicht behoben, wird das Spiel abgesagt. Bei Schnee muss mit einem roten, gut sichtbaren Ball gespielt werden, mit acht Hilfsflaggen müssen die Strafräume gekennzeichnet werden. Die Fahnen am Spielfeldrand an den Eckfahnen sind obligatorisch. Bei Nebel wird ein Spiel abgesagt, wenn das gegnerische Tor von der gegenüberliegenden Torlinie nicht mehr gesehen wird.



Sonderregeln



Sind bei einem Fußballspiel Mannschaften mit ausschließlich Frauen, unter 16-jährigen Spielern oder über 35-jährige oder behinderte Spieler beteiligt, können die Regeln modifiziert werden. Die Größe des Spielfeldes, die Größe, das Gewicht und Material des Balles, Größe der Tore, die Dauer des Spieles und Anzahl der Auswechslungen kann angepasst werden.



Regelfestlegung


Regeländerungen werden durch das International Football Association Board beraten und beschlossen.

Taktik



Zur Spieltaktik gehören das geplante Zusammenwirken der verschiedenen Mannschaftsteile, eine bestimmte Einteilung und Aufstellung der Positionen auf dem Spielfeld, sowie ein wechselndes Umschalten von Abwehr zu Angriff und umgekehrt. Die Taktik selbst wird bestimmt von der Stärke des Gegners, vom Spielverlauf, vom Spielstand und von eventuellen verletzungsbedingten Auswechselungen oder einem Platzverweis. Die Spieler einer Mannschaft nehmen unterschiedliche Funktionen und Positionen auf dem Platz ein. Die Verteidigung kann sich aus den Positionen Innenverteidiger, sowie rechter und linker Außenverteidiger zusammensetzen. Teilweise wird in modernen Systemen mit einer Abwehrreihe von meistens vier Abwehrspielern (Viererkette) ganz ohne Libero gespielt. In Spielsystemen mit Libero soll oft ein Vorstopper dazu dienen, den gegnerischen Mittelstürmer auszuschalten. Je nach Situation im Spiel bleibt der Libero hinter der Abwehr, wobei er auch das Spiel nach vorne aufbauen und sich in die Offensive einschalten kann. Der Innenverteidiger ist vorwiegend ein reiner Abwehrspieler, der die gegnerischen Angreifer am Tore schießen hindert. Die so genannten Mittelfeldspieler, im alten WM-System noch als Außenläufer und Halbstürmer bezeichnet, haben meist vielseitige Aufgabenstellungen, da sie sowohl in Abwehr, Spielaufbau und Angriff gefordert sind. Allerdings werden ihnen auch je nach Taktik besondere Aufgaben zugewiesen, so dass es hier Spezialisten für die Defensive wie auch für den Spielaufbau im Zentrum oder über die Flügel gibt. Angriffe auf das Tor des Gegners werden vor allem durch die so genannten Stürmer abgeschlossen, deren Hauptaufgabe es ist, den Ball selbst ins gegnerische Tor zu befördern oder dies einem Mannschaftskameraden durch geschicktes Zuspiel zu ermöglichen. Fußball ist ein Sport, bei dem Taktik spielentscheidend sein kann. Da es sich um einen Mannschaftssport handelt, ist es wesentlich komplizierter, die gewinnbringende Taktik zu finden, als in einer Individualsportart. Die Taktik beim Fußball ist die festgelegte Spielweise einer Mannschaft. Die richtige Taktik zu finden hängt von vielen Faktoren ab. Die Fähigkeiten der einzelnen zur Verfügung stehenden Spieler, wie Fußballtechnik, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Ausdauer etc., gehören genauso dazu, wie die mannschaftliche Entwicklung, wozu die Mannschaftsstruktur, der Ausbildungsstand bei immer wiederkehrenden Spielsituationen etc. gehören. Außerdem ist die richtige Analyse des Gegners wichtig.



Spielsysteme


Die bekannteste Form der taktischen Ausrichtung ist das Spielsystem. Ein Spielsystem beschreibt idealerweise, wo sich die Spieler einer Mannschaft auf dem Spielfeld in etwa zu positionieren haben. Diese unterschiedlichen Aufstellungen werden gewählt, je nachdem, ob eine Mannschaft eher offensiven oder defensiven Fußball spielen will. Innerhalb eines Spieles kann jedoch auf den Spielverlauf Bezug genommen und Positionen umgestellt werden. Man bezeichnet ein Spielsystem normalerweise mit einer Drei-Zahlen-Kombination (beispielsweise 4-4-2, sprich: viervierzwei), wobei die erste Zahl die Anzahl der Verteidiger, die zweite Zahl die der Mittelfeldspieler und die dritte Zahl die der Stürmer bezeichnet. Der Torwart wird bei der Bezeichnung eines Spielsystems weggelassen, da die Position in jedem Spielsystem gleich, nämlich einfach besetzt ist. Die Spielsysteme zeichnen sich generell dadurch aus, dass eine hohe Zahl von Verteidigern (5-4-1) für eine defensive, eine hohe Zahl von Stürmern (4-3-3) für eine offensive Ausrichtung spricht. Variationen der Drei-Zahlen-Kombinationen sind Vier-Zahlen-Systeme, wie z. B. das 4-3-2-1-System, welches 4 Verteidiger, 3 defensive und 2 offensive Mittelfeldspieler sowie einen Stürmer vorsieht. Ein Spielsystem kann außerdem defensiv oder offensiv interpretiert werden. So ist nominell ein 3-5-2-System mit einem Libero und zwei Manndeckern in der Verteidigung, einem offensiven, zwei defensiven Mittelfeldspielern und zwei Flügelspielern im Mittelfeld, sowie zwei Stürmern offensiver ausgerichtet (ein Mittelfeldspieler mehr, ein Verteidiger weniger) als das 4-4-2-System. Während das eine System (3-5-2) mit Manndeckung agiert und somit drei Verteidiger (plus defensives Mittelfeld) in der Abwehr bindet, wird im 4-4-2-System mit Raumdeckung verteidigt, was letztendlich doch eine offensivere Ausrichtung der Verteidiger und gleichzeitig einen kompakteren Aufbau des Spiels mit sich bringt. Normalerweise ist somit eine 4-4-2-Spielweise offensiver als das 3-5-2-System.



Spielsystem 4-4-2


Das 4-4-2-System ist eine der häufigsten Aufstellungen im heutigen Fußball. Die vier Abwehrspieler spielen ohne Libero und versuchen, den Torerfolg des Gegners zu verhindern. Die beiden Innenverteidiger spielen häufig „Mann-gegen-Mann“ gegen die gegnerischen Stürmer. Die beiden Außenverteidiger haben die Aufgabe der Stabilisierung der Verteidigung, sie sollen jedoch darüber hinaus über die Außenbahn das Spiel nach vorn tragen. Die Mittelfeldspieler haben die Aufgabe, sowohl die Abwehr als auch den Sturm zu unterstützen: in der Regel gibt es einen zentralen Mittelfeldspieler, der das Spiel in der Offensive aufbauen soll, als zusätzlicher Stürmer fungiert und den Abschluss sucht. Zwei der vier Mittelfeldspieler sollen beim 4-4-2-System über die Außenbahnen kommen und Flanken von der Grundlinie in den Sturm schlagen, jedoch genauso den Gegner daran hindern, über die Außenbahnen zu spielen. Ein weiterer Mittelfeldspieler ist eher defensiv ausgerichtet und hat oft die besondere Aufgabe, den offensiven Mittelfeldspieler der gegnerischen Mannschaft, den „Spielmacher“, zu bewachen und in seiner Entfaltung zu behindern. Die Mittelfeldspieler versuchen, den beiden Stürmern Bälle für Torschüsse aufzulegen oder selbst Tore aus aussichtsreicher Position zu erzielen. Ein Vorteil des 4-4-2-Systems sind die beiden Vierer-Reihen. Wenn diese in Kette stehen und sich entsprechend aufbauen, bilden sie eine nahezu undurchdringliche Abwehrmauer. Nachteil dieser defensiven Ausrichtung kann aber sein, dass die Mannschaft Probleme hat, den Ball nach vorn zu bringen und im Offensivbereich aktiv zu werden. Die Spieler haben wenig Anspielstationen und sind in ihrer Kreativität eingeschränkt. Gerät eine Mannschaft in Rückstand, kann es deswegen erforderlich werden, auf offensivere Systeme zurückzugreifen, wie z.B. aufs 4-3-3 oder 3-4-3. Bei 4-4-2-Systemen, die auch offensiv Akzente setzen sollen, wird das Mittelfeld, die vordere Vierer-Reihe, oft auch als Raute positioniert (auch bekannt als 4-1-2-1-2, Beispiel: Werder Bremen gewann mit diesem System die deutsche Meisterschaft 2003/4 und etablierte sich in der Bundesligaspitze). Dabei behalten die äußeren Mittelfeldspieler ihre Position, aus den beiden inneren Mittelfeldspielern wird einer offensiv und einer defensiv. Der defensive, der unmittelbar vor der Abwehr-Viererkette steht, ist Vorstopper, Manndecker des eventuell vorhandenen dritten, gegnerischen Stürmers und auch Verteiler an die Flügel. Der offensive stärkt die Bemühungen in der Offensive. Als Mittelfeldregisseur gilt der offensive Mittelfeldspieler, der die Breite des gesamten Platzes ausnutzen und die Bälle so in den Sturm verteilen kann.



Spielsystem 3-4-3



Das 3-4-3-System wird im internationalen Fußball sehr selten eingesetzt, da es sehr risikoreich ist. Die 3 Verteidiger spielen Mann gegen Mann, wobei sich der freie Abwehrspieler immer wieder ins Offensivgeschehen einschaltet. Im Mittelfeld kann mit Raute (1 Defensiver, 2 Außen, 1 Offensiver) oder im Quadrat (2 Defensive, 2 Offensive) gespielt werden. Die Raute eignet sich besonders gut, wenn die Mannschaft über einen klassischen Regisseur verfügt, der als Offensiver die gesamte Breite ausnutzen kann und die Bälle als Spielmacher verteilt. Mit dem Quadrat wird das Spielfeld für den Gegner sehr eng, und ein schneller Ballbesitz wird erzwungen. Die 3 Stürmer spielen variabel und tauschen Ihre Positionen ständig.

Spielsystem 4-3-3


Diese Aufstellung ist stärker offensiv ausgerichtet. Drei Mittelfeldspieler versuchen, Abwehr und Sturm zusammenzuhalten. Sie unterstützen einerseits die Abwehr, andererseits versuchen sie die Bälle zu den drei Stürmern zu befördern. Die drei Stürmer teilen sich die vorderste Position auf, wahlweise zwei oder einer kommen über die Außen, einer oder zwei füllen die Position des Mittelstürmers aus. Meistens spielt man bei diesem System mit 2 flankenstarken und trickreichen Außenstürmern und einem kopfballstarken Mittelstürmer. Die Aufstellung wird häufig am Ende eines Spieles verwendet, wenn die eigene Mannschaft einen Rückstand aufholen muss. Vor allem niederländische Trainer verwenden dieses System seit Jahren, meist erfolgreich, jedoch riskant. Dieses System wird aber auch vom FC Barcelona praktiziert.

Spielsystem 3-5-2



Diese sehr defensive Aufstellung hat drei zentrale Abwehrspieler. Die anderen beiden müssen neben ihren Abwehraufgaben über die Außenbahn das Spiel nach vorn tragen und flanken. Die Position der Außen hat hier eine besonders wichtige Rolle, da diese sowohl die Abwehr als auch den Sturm unterstützen und daher große Laufarbeit verrichten müssen. Dieses System wird aber auch von der griechischen Nationalelf praktiziert. Ein 3-5-2 kann aber auch variabler als 3-2-3-2 ausgelegt werden, also mit je einem zentralen Mittelfeldspieler links und rechts, einem rechten und einem linken Offensivspieler sowie zwischen den beiden einem zentraloffensiven „Spielmacher“.

Spielsystem 5-4-1 und 4-5-1


Diese Aufstellungen sind stark defensiv ausgerichtet. Sie werden häufig verwendet, um ein Ergebnis zu halten und bei Möglichkeit auf Konter zu spielen. Auch wenn der Gegner sehr stark ist und ein Unentschieden für die Mannschaft schon ein großer Erfolg wäre, versucht man mit diesen Taktiken – speziell dem 5-4-1 – den starken Gegner am Tore schießen zu hindern und mit etwas Glück eine schnelle Attacke zu spielen. Die 4-5-1 Taktik eignet sich gut für ein Team, das defensiv wie auch offensiv Kompaktheit demonstrieren will. Durch die fünf Mittelfeld-Spieler wird in jeder Situation eine Überzahl erzeugt. Die beiden äußeren Mittelfeld-Spieler des 5er-Mittelfelds werden bei gegnerischem Ballbesitz zu Verteidigern, bei eigenem Ballbesitz zu Flügelstürmern.

Spielsystem 3-3-4


Das 3-3-4-System ist die wohl offensivste Aufstellung, die im Profifußball eingesetzt wird. Vor einigen Jahren wurde es insbesondere von Ajax Amsterdam eingesetzt. Dabei müssen mindestens zwei der Stürmer aber auch defensive Aufgaben übernehmen.

Spielsystem 4-2-3-1


Das 4-2-3-1-System ist ein momentan sehr geläufiges taktisches Konzept. Es wird oft auch als 4-5-1-System bezeichnet, um die klassische Dreiteilung zwischen Abwehr, Mittelfeld und Angriff wiederzugeben. Die Bezeichnung 4-2-3-1 gibt aber eine genauere Angabe des Spielsystems wieder, da sie die Aufteilung des Mittelfeldes genauer spezifiziert und den Unterschied zu anderen 4-5-1-Systemen (s. o.) unterstreicht. Die Abwehr besteht dabei aus einer Viererkette, wobei sich die Außenverteidiger häufig in die Offensive orientieren sollen. Vor der Abwehr spielen zwei defensive Mittelfeldspieler, so genannte Sechser, daher die Bezeichnung „Doppelsechs“ für 4-2-3-1. In der Regel orientiert sich einer von beiden mehr in die Offensive und dient dem Spielaufbau, während der zweite mehr für defensive Aufgaben vorgesehen ist. Muss die Mannschaft verteidigen, kann jeder der beiden defensiven Mittelfeldspieler mit jeweils zwei Verteidigern der Viererkette ein Dreieck bilden, so dass zum einen eine Überzahlsituation im Bereich vor dem Strafraum entsteht und gleichzeitig der ballführende Spieler der gegnerischen Mannschaft von mehreren Spielern bedrängt werden kann, ohne dass große Lücken entstehen. Bei dieser Spielweise ist die Mannschaft auf schnelle Außenspieler sowie einen flexiblen offensiven Mittelfeldakteur angewiesen, damit der Ball aus der Defensive wieder in den Angriff getragen werden kann. Im offensiven Mittelfeld spielen drei Spieler auf einer Höhe, welche abwechselnd mit in die Spitze aufrücken. Dies hat den Vorteil, dass es in der gegnerischen Abwehr häufiger zu Zuordnungsschwierigkeiten kommt. Im Sturm befindet sich nur eine nominelle Spitze, optimaler weise ein klassischer Mittelstürmer, welcher die Möglichkeit hat, Flanken zu verwerten. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 standen sich im Finale mit Italien und Frankreich zwei Mannschaften gegenüber, die dieses System praktizierten. Historischen Spielsysteme Fußball ist historisch mit dem Rugby verwandt. Deshalb ähnelten sich zu Anfang auch die Spielsysteme. Trotzdem ähnelten diese Fußballspiele stark denen der heutigen Spiele bei Kindern: dort, wo der Ball ist, sind auch fast alle Spieler. Dementsprechend sieht auch das erste Spielsystem aus: 1 Torwart, 1 Verteidiger und 9 Stürmer. Der Torwart durfte bis 1903 den Ball auch außerhalb des Strafraumes mit der Hand spielen und im Abseits war ein Spieler im Moment des Zuspiels, wenn weniger als drei gegnerische Spieler der Torauslinie näher als er selbst waren. In der Folgezeit wurde die Defensive immer mehr gestärkt. Die Spielsysteme 1-2-7 und 2-2-6 entstanden. Erst das Spielsystem 2-3-5, die Schottische Furche (so genannt wegen des Dreiecks, das sich von oben betrachtet ergibt), führte zu einem wirklichen Spielsystem, das auf das Kollektiv setzte und nicht auf die Individualität der einzelnen Spieler. Es unterschied zwischen 2 spezialisierten Verteidigern, 3 Läufern oder Mittelfeldspielern, die für Verteidigung und Aufbau des Angriffs zuständig waren und 5 Stürmern. Es wurde durch Rückzug des Mittelläufers Ende der 1950er Jahre zum System 3-2-5, durch die Einbeziehung eines freien Verteidigers als Libero Mitte der 1960er-Jahre zum 4-2-4 und damit zur Mutter aller heute üblichen Systeme. Historisch weit verbreitet war auch das so genannte WM-System, in dem 5 offensiv orientierte Spieler in W-Form und 5 defensiv orientierte Spieler in M-Form aufgestellt sind, so dass sich je nach der individuellen Ausrichtung der eingesetzten Spieler Ähnlichkeiten zum heutigen 3-4-3-System ergeben konnten.



Spielsystem 2-3-5


Das 2-3-5-System ist auch heute noch in der Tradition der Spielernummerierung lebendig. Die beiden Verteidiger trugen die Rückennummern 2 und 3, die drei Läufer die Nummern 5 (Mittelläufer), 4 und 6 (Außenläufer) und die fünf Stürmer die Nummern 7 (Rechtsaußen), 8 (Halbrechter), 9 (Mittelstürmer), 10 (Halblinker) und 11 (Linksaußen). Auch heute sind deswegen 2 und 3 häufig die Nummern der beiden Außenverteidiger, 4, 5 oder 6 die Nummern von Libero bzw. Innenverteidigern, 7 und 11 die Nummern der rechts und links außen spielenden Mittelfeldspieler, 9 die Nummer eines zentral ausgerichteten Stürmers und 8 und 10 die Nummern von Spielern, die als Spielmacher mit der Planung und dem Aufbau des Angriffs beschäftigt sind.

Dribbeln


(to dribble engl. "träufeln", "tropfen") bezeichnet in verschiedenen Ballsportarten die Fortbewegung mit dem Ball, bei der je nach Sportart besondere Regeln, die den Bewegungsablauf reglementieren, zu beachten sind: Der Spieler läuft und führt dabei den Ball möglichst dicht am Fuß, um so durch dabei angewandte Körpertäuschung am Gegenspieler vorbeizulaufen.

Torschuss



Unter Torschuss versteht man in Sportarten, in denen auf Tore gespielt wird (Fußball, Handball, Hockey, Eishockey etc.), einen Versuch, den Ball bzw. das betreffende Spielobjekt im gegnerischen Tor unterzubringen. Dabei setzt das Wort Torschuss voraus, dass der Versuch mit einigem Energieaufwand geschieht und in Richtung des Tores führt. Der Begriff enthält nicht, dass der Versuch erfolgreich ist. Eine offensive Taktik einer Mannschaft richtet sich darauf, möglichst viele oder sichere Möglichkeiten für einen Torschuss zu schaffen; eine defensive Taktik versucht, die gegnerische Mannschaft an der Erarbeitung von Möglichkeiten für einen Torschuss zu hindern. In statistischen Analysen gilt die Anzahl der Torschüsse als Maß für die Angriffslust einer Mannschaft.

Indirekter Pass


Beim indirekten Passspiel stoppt der Spieler den Ball vor dem Schuss.

Direkter Pass


Der Ball wird ohne Verzögerung zu einem Mitspieler gespielt. Manchmal wird auch ein indirektes Passspiel – also mit vorheriger kurzer Ballannahme – als „direktes Passspiel“ bezeichnet, wenn der Spieler dabei den Ball nur kurz führt. Umgangssprachlich wird direktes Passspiel als „one-touch“ bezeichnet.

Kurzpass


Der Ball wird schnell zu einem der nächst postierten Mitspieler gespielt, welcher ebenfalls den Ball wieder schnell zu einem der nächst postierten Mitspieler weiterspielt.

Steilpass


Der Ball wird möglichst gerade nach vorne gespielt. Sofern durch einen Steilpass mehrere Gegenspieler gleichzeitig vor ihrem Tor ausgespielt werden und der Ball auf dem Laufweg des Ball-annehmenden Mitspielers ankommt, wodurch dieser eine sehr gute Torchance bekommt, spricht man auch von einem „tödlichen Pass“ oder einer Steilvorlage.

Querpass


Ein Querpass ist ein Spielzug, bei dem man bis zur Grundlinie läuft und anschließend in den Strafraum spielt.

Diagonalpass


Der Ball wird schräg nach vorne gespielt.

Einfacher Pass



Ein einfacher Pass wird gespielt, um das Spielgerät (meist ein Ball) seinem Ziel (z.B. ein Tor) näher zu bringen, damit die angreifende Mannschaft punkten und somit das Spiel zu ihren Gunsten entscheiden kann. In diesem Zusammenhang müssen jedoch die vorhandenen Regeln der jeweiligen Sportart beachtet werden, da diese einen Pass vorschreiben können (z.B. Handball). Meistens handelt es sich jedoch um die logische Konsequenz, die der Größe des Spielfeldes zugrunde liegt (z.B. American Football).



Doppelpass



Ein Doppelpass ist ein im Fußballangewendete Spielweise bei dem zwei Mitspieler sich mehrfach den Ball – meistens schnell und direkt – zuspielen. Dieses kann angewendet werden um einen gegnerischen Spieler effektiv und schnell zu umgehen. Dabei spielt der ballführende Spieler A einen Mitspieler B („Wandspieler“) an und läuft sofort in eine günstige Position weiter, um den Ball dann direkt wieder zugespielt zu bekommen. Oft wendet sich der Abwehrspieler nach dem ersten Pass dem neuen Ballbesitzer B zu, wodurch A es leichter hat, sich freizulaufen, und der Pass wieder zu A überrascht die Abwehr. Der Doppelpass wird meist in prekären Spielsituationen (Lösen aus einer Abwehrsituation und schnellem Aufbau eines Konters) sowie zum Erreichen einer günstigen Torschussposition angewendet.



Passkombination



Bezeichnet ein variantenreiches Passspiel mehrerer Mitspieler, bei dem die Gegenspieler keine Ballkontakte bekommen.

Pass „in die Tiefe“


Von einem sog. Pass in die Tiefe wird im Fußball gesprochen, wenn ein Spieler der angreifenden Mannschaft einen Mitspieler indirekt anspielt. Dazu wird der Ball in die antizipierte Richtung eines stürmenden Spielers gespielt (dem sogenannten „freien Raum“), um so die gegnerische Abwehr zu überlaufen. Da dies ein blindes Verständnis der Spieler untereinander erfordert, kommt es oft zu einer Abseitsstellung.

Langer Pass


Unter einem langen Pass versteht man im Fußball eine Ballabgabe, die eine Distanz von 20 Metern und mehr überschreitet. Da auch ein langer Pass scharf, kurvenähnlich und dementsprechend unvorhersehbar (flankenähnlich) geschossen werden kann, hängt es von der Position des passspielenden Spielers im Moment der Ballabgabe ab, ob es sich nur um einen langen Pass oder schon um einen Flanke handelt.

Fehlpass


Bei einem Fehlpass misslingt die Übergabe des jeweiligen Spielgerätes. Anstatt eines Spielers der eigenen Mannschaft, erlangt die gegnerische Mannschaft Besitz.

Rückpass


Von einem Rückpass wird gesprochen, wenn ein Feldspieler beim Fußball den Ball bewusst zum eigenen Torwart(siehe Rückpassregel)zurückspielt und dieser den Ball dann mit den Händen berührt. Da dies mittlerweile verboten ist, gibt es anschließend einen indirekten Freistoß für die gegnerische Mannschaft an der Stelle an der der Ball aufgenommen wurde.



Bedeutung des Passspiels


Eine Analyse des Sportwissenschaftlers Roland Loy ergab, dass 50 % aller Tore im Fußball nach einem Passspiel (Vorlage) zu einem in der Nähe des gegnerischen Tores postierten Mitspielers erzielt werden (30 % aus Standardsituationen und 20 % nach Flanken).

Berühmte Passgeber



Den Doppelpass in Perfektion beherrschten Franz Beckenbauer und Gerd Müller in den 1970er Jahren. Ebenso legendär in dieser Zeit wurden Günter Netzer und Wolfgang Overath durch ihre langen Pässe und Pässe „in die Tiefe“.

Powerplay



Beim Fußball bezeichnet Powerplay das Anstürmen einer Mannschaft unter Einbeziehung der Mittelfeld- und offensiven Abwehrspieler in der gegnerischen Spielhälfte. Voraussetzung für das Powerplay ist eine gute konditionelle Verfassung, da es sich um eine kraftaufwändige Spielweise handelt. Zudem ist das Powerplay ziemlich riskant, da bei Kontern leicht Gegentore „eingefangen“ werden können. Das Powerplay ist eine vom Eishockey übernommene Bezeichnung.



Kick and Rush


Der Begriff Kick and Rush (englisch, etwa „schießen und stürmen“) stammt aus dem Fußball. Er bezeichnet eine offensive Spielweise, bei der der Ball aus der Verteidigung hoch und weit nach vorne in den gegnerischen Strafraum geschlagen wird, um einen schnellen Abschluss zu erreichen. Der Vorteil ist, dass dabei kein langwieriges Aufbauspiel nötig ist. Der Nachteil ist das für die Stürmer schwer kontrollierbare Anspiel, das zudem aufgrund der langen Flugzeit des Balls leicht von den gegnerischen Verteidigern abgewehrt und zu einem gefährlichen Konterumgewandelt werden kann. Kick and Rush gilt aufgrund dieses Risikos und der geringen Erfolgschance als ineffiziente Angriffstaktik und wird normalerweise nur in Erwägung gezogen, wenn eine Mannschaft kurz vor Schluss im knappen Rückstand ist und wenig Zeit für den Ausgleich bleibt. Diese Spielart war lange Zeit ein wichtiger Bestandteil des Fußballs auf den Britischen Inseln.

Raumdeckung


Im Fußball basieren moderne Spielsysteme auf dem Prinzip der Raumdeckung. Im Gegensatz zur Manndeckung, die einem Spieler einen direkten Gegenspieler zuordnet, werden bei der Raumdeckung die Passwege zugestellt. Dadurch, dass die direkte Zuordnung aufgehoben ist, sind die Aufgaben der Abwehrspieler auch im Spielaufbau, die Aufgaben der Stürmer und Mittelfeldspielerauch im Verteidigen gegen die gegnerischen Angriffe zu sehen. Durch ein ballorientiertes Verschieben der Positionen – welches eine ständige Beobachtung auf das Spielgeschehen erfordert – wird die Abwehrarbeit auf das gesamte Team verteilt und auch Abwehrspieler werden in den Spielaufbau mit einbezogen. Ziel des Verschiebens ist es u.a., in Ballnähe eine Überzahlsituation zu schaffen um so entweder den ballführenden Gegenspieler unter Druck zu setzen oder bei eigenem Ballbesitz möglichst mehrere Anspielstationen zu schaffen. Raumdeckung erfordert von Spielern ein hohes Maß an taktischem Geschick. Systeme, die mit Raumdeckung funktionieren, gelten gemeinhin als offensiver und schneller als Systeme mit Manndeckung. Die Positionen der Manndecker und die des Liberos werden umfunktioniert in die der Innenverteidiger und Außenverteidiger. Durch die Definition der Positionen ist das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff im Vergleich zur Manndeckung erleichtert. Abseitsfalle Die Abseitsfalle ist eine Abwehrtaktik, die im modernen Fußball eine zentrale Rolle eingenommen hat. Die abwehrende Mannschaft versucht dabei, einen gegnerischen Angreifer, unmittelbar bevor er angespielt wird, ins Abseits zu stellen. Das bedeutet, dass sich der angespielte Angreifer zum Zeitpunkt des Anspiels näher am Tor befindet als der Ball und der vorletzte Spieler der verteidigenden Mannschaft. Die Bewegung der Abwehrspieler erfolgt also gegen die Angriffsrichtung und muss von jedem Abwehrspieler wahrgenommen werden – worin auch das höchste Risiko dieser Strategie liegt: Gelingt es nicht allen Abwehrspielern rechtzeitig, am Gegenspieler vorbei zu kommen, gelangt er frei zum Schuss, ohne dass es zu einem Regelverstoß kommt. Ebenfalls setzt diese Strategie voraus, dass die Abseitsstellung als solche auch von den Schiedsrichtern bemerkt und geahndet wird.



Pressing


Pressing Game oder zu deutsch Druckspiel, ist eine spieltaktische Variante im Sport. Pressing nennt man das (kurzzeitige, längere oder ständige) Anrennen auf das Tor des Gegners, woran sich außer dem Torhüter alle Mannschaftsteile wechselseitig beteiligen. Die Grundidee ist, dem Gegner möglichst wenig Zeit zu geben, sein Spiel ruhig und kontrolliert aufzubauen und ihn so zu Fehlern zu zwingen. Das Druckspiel beginnt durch frühzeitiges Stören bzw. Bekämpfen des gegnerischen Angriffs bzw. Angriffsversuchs bereits in der gegnerischen Hälfte, das auch Forechecking genannt wird. Grundvoraussetzungen für Pressing sind hohe Laufbereitschaft der Spieler, Dynamik und entsprechende Kondition.



Forechecking


Forechecking (Englisch) oder zu deutsch Angriffsverteidigung, ist eine spieltaktische Variante im Sport. Die ursprünglich im Eishockey entstandene Redewendung wird heute auch im Fußball verwendet. Forechecking bezeichnet das frühzeitige Stören bzw. Bekämpfen des gegnerischen Angriffs bzw. Angriffsversuch schon in der gegnerischen Hälfte bzw. Drittel (Eishockey). Diese spieltaktische Variante verlangt gute Kondition, vor allem der Mittelfeldspieler und Stürmer, da vor allem diese das Forechecking ausführen. Im Eishockey wird diese Abwehrvariante vor allem im Powerplay und in einer Drucksituation genutzt.



Freistoß



Schiedsrichter verordnete Maßnahme beim Fußballspiel, mit der eine Mannschaft sanktioniert werden kann, wenn sie durch unsportliches Verhalten (Foul) aufgefallen ist oder einen anderen Regelverstoß verübt hat. Der Freistoß wird zu den Standardsituationen beim Fußball gezählt. Je nach Art des Regelverstoßes entscheidet der Schiedsrichter auf direkten oder indirekten Freistoß. Aus einem direkten darf, im Gegensatz zu einem indirekten Freistoß, ohne weitere Berührung des Balles durch einen weiteren Spieler ein gültiges Tor erzielt werden. Vorbereitung und Ausführung: Bevor der Freistoß ausgeführt wird, muss der Ball völlig ruhig am Boden liegen, d. h. der Freistoß wird mit einem ruhenden Ball ausgeführt. Alle Spieler der verteidigenden Mannschaft müssen sich in einem Abstand von mindestens 9,15 m zum Ball oder auf der eigenen Torlinie zwischen den Pfosten befinden. Der Ball ist wieder im Spiel, sobald er vom ausführenden Spieler mit dem Fuß getreten wurde und sich bewegt. Der Spieler, der den Freistoß ausführt, darf den Ball danach erst wieder berühren, nachdem ein anderer Spieler diesen berührt hat. Beim Freistoß stellen sich oft Spieler der verteidigenden Mannschaft in einer Linie auf, um einen direkten Schuss auf das eigene Tor zu blockieren. Dies wird auch als Mauer bzw. Freistoßmauer bezeichnet. Je näher der Freistoß am eigenen Tor ausgeführt wird, umso mehr Spieler beteiligen sich in der Regel an der Mauer.

Direkter Freistoß



Ein direkter Freistoß wird nur bei Fouls außerhalb des Strafraums der foulenden Mannschaft verhängt. Findet das Foul innerhalb des Strafraums der foulenden Mannschaft statt, so folgt ein Strafstoß ("Elfmeter"). Auf direkten Freistoß entscheidet der Schiedsrichter in folgenden Fällen: Treten oder der Versuch des Schlagens, Beinstellens, Anspuckens (-werfens) des Gegners oder der Versuch des Anspringens, Rempelns, Stoßens, absichtliches Handspiel, Bedrängen und Halten. Außerdem müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein: Das Vergehen muss am Gegner passieren, es muss während des laufenden Spiels geschehen, der Ball muss im Spiel sein und es muss eine Absicht (gefährlich, rücksichtslos, fahrlässig oder unverhältnismäßiger Körpereinsatz) erkennbar sein. Der ausführende Spieler kann den Schiedsrichter anweisen die Einhaltung des Abstandes durch die gegnerischen Spieler zu erzwingen, woraufhin das Spiel unterbrochen ist und vor der Ausführung des Freistoßes durch den Schiedsrichter mit einem Pfiff freigegeben werden muss.



Indirekter Freistoß


Der indirekte Freistoß wird vom Schiedsrichter mit über den Kopf erhobenem Arm signalisiert. Ein Tor kann nur erzielt werden, wenn nach der Ausführung des Freistoßes ein anderer Spieler den Ball berührt, bevor er im Tor landet. Erst wenn der Ball von einem anderen Spieler berührt wurde, darf der Schiedsrichter den Arm wieder senken. Wenn der Ball beim indirekten Freistoß „direkt“ ins Tor gelangt, ist das Tor ungültig; das Spiel wird dann mit Abstoß für die verteidigende Mannschaft fortgesetzt. Der indirekte Freistoß kann auch bei Fouls, die innerhalb des Strafraums begangen wurden, gegeben werden; dann gibt es keinen Strafstoß. Gründe für einen indirekten Freistoß sind unter anderem: Abseits Verstoß gegen die Rückpassregel „gefährliches Spiel“ ohne Gegnerberührung (z. B. mit gestrecktem Bein in den Gegner laufen) Behinderung des Laufs des Gegners („sperren“) zweimaliges Spielen des Balles desselben Spielers bei einer Spielfortsetzung Sperren oder sonstiges Behindern des Torwarts innerhalb des Torraums Vortäuschen eines Vergehens („Schwalbe“) Müsste der Freistoß innerhalb des Torraums ausgeführt werden, so wird er an dem Punkt auf der zur Torlinie parallel laufenden Torraumlinie ausgeführt, der dem Ort des Fouls am nächsten liegt. Wenn der Freistoß weniger als 9,15 m von der Torlinie entfernt geschossen wird, dürfen die Gegenspieler trotzdem auf der Torlinie stehen.



Sonstige Bestimmungen


Der Freistoß wird wiederholt, wenn sich ein Gegenspieler bei der Ausführung näher als 9,15 m am Ball befindet der Ball bei einem Freistoß der verteidigenden Mannschaft aus dem Strafraum heraus nicht direkt wieder ins Spiel gebracht wurde. Wenn der ausführende Spieler den Ball nach der Ausführung direkt nochmals berührt, bevor dieser von einem anderen Spieler berührt wurde, wird auf indirekten Freistoß für die verteidigende Mannschaft entschieden. Ein Eckstoß, auch Eckball, Ecke oder schweizerisch und österreichisch Corner genannt, ist eine Spielfortsetzung im Fußball. Er wird vom Schiedsrichter erteilt, wenn der Ball die Torlinie– außer zwischen den Torpfosten und unter der Querlatte – überquert (also nicht ins Tor geht) und zuletzt von einem Spieler der verteidigenden Mannschaft berührt wurde. Der Eckstoß gehört zu den soggenannten Standardsituationen. Aus einem Eckstoß kann direkt ein Tor erzielt werden. Eine direkte Verwandlung des Eckstoßes zum Tor ist sehr selten, da der Ball auf einer geraden Flugbahn nicht ins Tor fliegen kann und auf eine gezirkelte Flugbahn gebracht werden müsste, die zuerst von der Torlinie wegführt und dann auf Torhöhe zu ihr zurückkehrt. Dies gelingt nur ausgesprochenen „Kunstschützen“, zu denen z. B. Mario Basler gehörte. Die standardmäßige Ausführung einer Ecke zielt dagegen eher auf den mittelbaren als auf den unmittelbaren Weg zum Tor. Es wird versucht, über ein oder zwei Anspielstationen ein Tor zu erzielen. Beispielsweise kann der Ball hoch in den Strafraum vorgelegt werden und sollte sich dort unmittelbar vor dem Tor auf Sprunghöhe senken und von eigenen kopfballstarken Spielern ins Tor geköpft werden. Wissenswert Ein Eckstoß kann auch durch einen Freistoß, der ins eigene Tor geschossen wird, ohne dass ein Mit- oder Gegenspieler den Ball berührt hat, verursacht werden. Begründung: Aus einem Vorteil darf kein Nachteil entstehen. Aus einem Einwurf kann ein Tor nicht direkt erzielt werden; wird der Ball beim Einwurf direkt in ein Tor geworfen, so ist das Tor ungültig und es wird auf Abstoß (Tor der verteidigenden Mannschaft) bzw. Eckstoß (Eigentor) entschieden. Wenn ein Feldspieler den Einwurf ausführt, gelten folgende Regeln: Der Spieler berührt den Ball zum zweiten Mal, bevor dieser von einem anderen Spieler gespielt wird: Es wird auf indirekten Freistoß für die verteidigende Mannschaft entschieden Der Spieler berührt den Ball absichtlich mit der Hand (Handspiel), bevor dieser von einem anderen Spieler gespielt wird: Es wird auf direkten Freistoß für die verteidigende Mannschaft bzw. Strafstoß (wenn das Handspiel im Strafraum der einwerfenden Mannschaft stattfindet) entschieden Es gibt beim Fußball drei Dinge bei denen es kein Abseits gibt: 1. Einwurf 2. Abstoß 3. Eckball Dies gilt aber nur für den Spieler, der den Ball nach den drei Aktionen direkt bekommt. Wird er von einem Mitspieler zu einem abseits stehenden Spieler weitergeleitet, so ist das dann abseits. Für den Fall, dass ein Torwart den Einwurf ausführt, gilt: Der Torwart berührt den Ball zum zweiten Mal, bevor dieser von einem anderen Spieler gespielt wird: Es wird auf indirekten Freistoß für die verteidigende Mannschaft entschieden Der Torwart berührt den Ball absichtlich mit der Hand (Handspiel), bevor dieser von einem anderen Spieler gespielt wird: Es wird auf direkten Freistoß für die verteidigende Mannschaft bzw. indirekten Freistoß (wenn das Handspiel im Strafraum der einwerfenden Mannschaft stattfindet) entschieden Wenn ein Spieler den einwerfenden Gegner behindert, wird er mit der Gelben Karte verwarnt. Nach jeder anderen Regelübertretung beim Einwurf wird der Einwurf von einem Spieler der gegnerischen Mannschaft ausgeführt.



Einwurf



Ein Einwurf ist eine Maßnahme zur Spielfortsetzung innerhalb eines Fußballspiels, die zur Anwendung kommt, wenn der Ball das Spielfeld über eine Seitenlinie verlässt. Ein Spieler der Mannschaft, die den Ball nicht zuletzt berührt hat, wirft dabei den Ball wieder zurück ins Spielfeld. Der Einwurf gehört zu den sogenannten Standardsituationen. Beim Einwurf ist die Abseitsregel ausgesetzt. Ausführung des Einwurfs: Der Einwurf wird an der Stelle ausgeführt, an der der Ball die Seitenlinie überschritten hat. Der Spieler muss beim Einwurf sein Gesicht dem Spielfeld zuwenden, mit einem Teil jedes Fußes entweder die Seitenlinie oder den Boden außerhalb des Spielfelds berühren und den Ball mit beiden Händen von hinten über seinen Kopf werfen. Der einwerfende Spieler darf, wie bei allen Standardsituationen, den Ball nicht ein zweites Mal spielen, bevor ihn ein anderer Spieler berührt hat. Alle Gegenspieler müssen einen Mindestabstand von 2 Metern zum einwerfenden Spieler einhalten. Zusätzlich gilt im Bereich des DFB die Vorschrift, dass der Einwerfende nicht weiter als 1 Meter entfernt von der Außenlinie einwerfen darf. Der Ball ist im Spiel, sobald er innerhalb des Spielfeldes ist. Ein Einwurf, bei dem der Ball das Spielfeld nicht erreicht, gilt als nicht korrekt ausgeführt. Wird bei einem Einwurf gegen die Regeln verstoßen, bekommt die gegnerische Mannschaft einen Einwurf zugesprochen. Dies gilt nicht, wenn die gegnerische Mannschaft den Mindestabstand nicht eingehalten hat (Verwarnung des Spielers, der den Abstand nicht eingehalten hat und, wenn der Ball bereits im Spiel war, indirekter Freistoß). Beachtet der Einwerfende die deutsche Besonderheit des maximalen Abstandes zur Außenlinie nicht, so wird der Einwurf wiederholt.



Strafstoß


Der Strafstoß (schweiz., auch österr. Penalty, meist als Elfmeter bezeichnet) beim Fußball ist eine vom Schiedsrichter verordnete Spielstrafe, die eine von einer Regelwidrigkeit benachteiligte Mannschaft in eine aussichtsreiche Position zum Torerfolg bringt. Vom Strafstoß ist das Strafstoßschießen zur Ermittlung eines Siegers(zur Spielentscheidung) zu unterscheiden (s. u.). Der Strafstoß wird dann durchgeführt, wenn ein Regelverstoß (meist Foul oder Handspiel), der einen direkten Freistoß nach sich zöge, innerhalb des eigenen Strafraumes stattfindet. Da ein Strafstoß eine spielentscheidende Situation sein kann, versuchen einige Spieler, ein Foul vorzutäuschen (so genannte „Schwalbe“), indem sie sich im gegnerischen Strafraum fallen lassen. Der Strafstoß wurde 1891 in Irland erfunden. Als Erfinder des Strafstoßes gilt der Leinenfabrikant und Sportsmann William McCrum, der als Torhüter von 1890-1891 beim Milford Everton FC in der Irish Football League zwischen den Pfosten stand. Der Strafstoß war als Ausgleich gedacht, wenn der Gegner absichtlich ein Bein stellt oder tritt. Noch im gleichen Jahr schlug die irische FA vor, den Strafstoß allgemein einzuführen, was nach einigen Debatten auch geschehen sollte. In Deutschland wurde der Strafstoß 1893 eingeführt. Zunächst gab es sowohl in England als auch in Deutschland keinen Strafstoßpunkt, sondern eine Linie, die parallel zur Torlinie in einer Entfernung von 12 Yards (also fast genau 11 Meter, woher auch die übliche Bezeichnung stammt) zum Tor quer über das ganze Spielfeld verlief, diese hieß auch „Sühnelinie". Von überall auf der Linie aus durfte beim Strafstoß geschossen werden. Der Torhüter durfte sich bis zu fünfeinhalb Meter von der Torlinie entfernen. Im Jahre 1902 wurde der Strafpunkt zusammen mit dem Strafraum (oft als 16-Meter-Raum bezeichnet) eingeführt und die Linie durch einen Punkt ersetzt. Seit 1906 darf der Torhüter die Torlinie beim Strafstoß nicht verlassen. Er durfte sich jedoch bis zum Schuss auf der Torlinie bewegen, was 1929 abgeschafft wurde, jedoch seit 1997 wieder erlaubt ist. Der Strafstoß wird von einem Punkt fast genau 11 Meter (oder in der englischsprachigen Norm auch 12 yards = 10,9728 m) von der Torlinie in Richtung Mittelpunkt durchgeführt. Alle Spieler, außer dem Schützen der angreifenden und dem Torhüter der verteidigenden Mannschaft, müssen mindestens 9,15 m oder 10 yards (9,144 m) vom Ball entfernt, außerhalb des Strafraumes sowie hinter dem Strafstoßpunkt (näher an der Mittellinie) auf dem Spielfeld stehen. Der Raum, der weniger als 9,15 von der Strafstoßmarke entfernt ist, aber nicht im Strafraum liegt, wird vom Teilkreis am Strafraum markiert. Bei der Ausführung des Strafstoßes darf sich der Torwart nur auf der Torlinie bewegen. Ein Strafstoß muss vom Schiedsrichter mit einem Pfiff freigegeben werden. Wie beim Freistoß setzt der Schuss das Spiel fort. Nachdem der Ball sich bewegt dürfen also alle Spieler in den vorher gesperrten Bereich eindringen und können, falls der Ball nicht ins Tor oder Aus geht, in der Folge direkt ins Spiel eingreifen. So darf der Strafstoßschütze beispielsweise einem Mannschaftskameraden den Ball auflegen (indirekte Ausführung), muss ihn jedoch nach vorn spielen. Der Schütze selbst darf den Ball erst dann wieder spielen, wenn nach seinem Schuss mindestens ein anderer Spieler den Ball berührt hat. Das bedeutet zum Beispiel, dass der Strafstoßschütze den Nachschuss ausführen kann, wenn der Elfmeter vom Torwart abgewehrt wurde. Springt der Ball jedoch vom Pfosten oder der Latte zu ihm zurück, darf er das nicht. Berührt der Strafstoßschütze trotzdem zweimal hintereinander den Ball, gibt es an der Stelle, an der er den Ball ein zweites Mal berührt hat, indirekten Freistoß für die verteidigende Mannschaft. Der Anlauf darf nur abgestoppt werden, soweit dies kein unsportliches Täuschen beinhaltet. Ein Innehalten unmittelbar vor oder in der eigentlichen Schussbewegung stellt einen Regelverstoß dar. Geht der Ball in diesem Fall ohne eine Berührung des Torhüters neben das Tor, gibt es einen Abstoß. Springt der Ball vom Torhüter und/oder vom Pfosten und/oder der Latte zurück ins Feld, wird das Spiel mit einem indirekten Freistoß, dort fortgesetzt, wo sich der Regelverstoß ereignete. Geht der Ball ins Tor, so ist vom Schiedsrichter auf Wiederholung des Strafstoßes zu entscheiden. Wenn ein Spieler der angreifenden Mannschaft vor dem Schuss den Strafraum oder den Teilkreis davor betritt, ergeben sich die gleichen Folgen analog des obigen Abschnitts, wie wenn der Schütze unsportlich täuscht. Sollte ein Spieler der verteidigenden Mannschaft auf gleiche Weise zu früh den Strafraum oder den Teilkreis betreten und der Ball geht neben das Tor, so ist der Strafstoß, wenn er nicht zum Tor führte, zu wiederholen. Bei einem Treffer ist das Tor anzuerkennen und mit Anstoßfortzufahren. Sollte ein Vergehen beider Mannschaften bestehen, so ist immer auf Wiederholung zu entscheiden. Beim Hallenfußballgibt es an Stelle des Elfmeters den Neunmeter bzw. Siebenmeter, der nach ähnlichen Regeln ausgeführt wird. Elfmeter-Punkt Auch die Distanz und exakte Lage des Strafstoßpunktes mittig vor dem Tor ist nicht durch Zufall, sondern durch die geometrische Denkweise der Engländer entstanden. Wenn der Torraum parallel zur Seitenlinie verlängert wird, schneidet diese Linie den Strafraum. Von diesem Schnittpunkt aus zieht man nun diagonal eine Linie zu einer Ecke des Torraumes. Wenn man diese Konstruktion von beiden Seiten her ausführt, erhält man als Schnittpunkt dieser beiden Linien genau den Strafstoßpunkt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Torraum eigentlich ein Raum mit einem Abstand von 5,5 Metern und der Strafraum ein Bereich mit einem Abstand von 16,5 Metern zur Torlinie ist, da die eigentlichen Maße 6 bzw. 18 yard sind (siehe Spielfeld-Maße). Berechnung: 5,5 m + (16,5 m - 5,5 m)/2 = 11 m Diese Technik wird zur Kontrolle der Strafstoß-Markierung von Schiedsrichtern angewendet. Auf diese Weise hat der Schweizer Schiedsrichter Martin Salm im August 2006 im Stade de Suisse festgestellt, dass der Penalty-Punkt auf dem Kunstrasen bei 10 statt 11 Meter aufgemalt war. Dies war zuvor von mehreren Super-League-Schiedsrichtern nicht bemerkt worden.



Statistik



In 75 bis 80 % der Fälle trifft der Schütze. Bei den Weltmeisterschaften liegt die Quote bei über 80 %. 90 % der Spieler schießen in eine der Ecken. Bei einer Torgröße von 7,32 x 2,44 m müsste der Torhüter 18 m² abdecken. Nach Messungen ist der Ball 90-100 km/h schnell. Für die 11 m (Tormitte) braucht er nur 0,4 Sekunden, für die 11,59 m (Torenden) entsprechend 0,42 Sekunden. Mathematiker der Uni Erlangen haben ausgerechnet, dass der Torhüter mit der Geschwindigkeit eines 100 m-Läufers in die Ecke fliegen müsste, um den Ball noch zu erreichen. Obwohl ein perfekt in die Ecke geschossener Strafstoß also nicht zu halten ist, gelingt es einigen Torwarten, deutlich mehr Strafstöße zu halten als der Durchschnitt. Diese Torhüter verfügen über die Fähigkeit, zumindest bei einigen Spielern zu erkennen, in welche Ecke sie schießen werden, werfen sich also in die richtige Ecke und haben so die Chance, einen nicht ganz in die Ecke platzierten Ball zu halten. Eilt einem Torwart dieser Ruf voraus, macht dies die Schützen noch nervöser, sodass sich zu den gehaltenen Strafstößen leicht noch verschossene Strafstöße addieren. Die schwächsten Strafstoßschützen der deutschen Fußball-Bundesliga Marko Pantelis 20 % - 4 von 5 vergeben Manfred Pohlschmidt 25 % - 6 von 8 vergeben Dieter Eckstein 33 % - 4 von 6 vergeben Marco Weißhaupt 33 % - 4 von 6 vergeben Günter Hermann 38 % - 5 von 8 vergeben Sergej Barbaren 40 % - 3 von 5 vergeben die Torhüter mit den meisten gehaltenen Strafstößen der deutschen Fußball-Bundesliga Rudi Kargos 24 gehaltene Strafstöße Harald Schumacher 21 gehaltene Strafstöße Norbert Neigbar 17 gehaltene Strafstöße Dieter Bürdens 15 gehaltene Strafstöße Andreas Köpke 14 gehaltene Strafstöße gefoulte Spieler und Elfmeter Eine weitverbreitete Faustregel lautet, dass der gefoulte Spieler ein schlechter Elfmeterschütze sei. Doch von 1993 bis 1997 haben nur drei gefoulte Spieler in der Bundesliga (Peter Közle, Giovane Elber und Harry Decheiver) den Strafstoß nicht verwerten können[1].



Elfmeterschießen


zum Elfmeterschießen kommen sollte. Dabei siegt die Mannschaft sofort, die in der Verlängerung als erste ein Tor erzielt. Das Spiel wird zu diesem Zeitpunkt beendet. Da diese Regelung aufgrund der fehlenden Möglichkeit zum Ausgleich vielfach als ungerecht empfunden wurde, wurde sie inzwischen wieder abgeschafft. Auch die Silver-Goal-Regel - sie kam bei der Fußball-Europameisterschaft 2004 zur Anwendung - konnte sich nicht durchsetzen. Das längste Elfmeterschießen gewann der argentinische Verein Argentinos Juniors 1975 gegen Racing Club Avellaneda mit 20:19. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat ihre Elfmeterschießen bei Weltmeisterschaften allesamt gewonnen. Deutschland ist weltweit eines der erfolgreichsten Länder im Elfmeterschießen. Man verlor neben dem EM-Finale 1976 nur das Halbfinale des Osterturniers 1988 gegen Schweden 3:5 und ein Elfmeterschießen im Halbfinale bei den Olympischen Spielen 1988 gegen Brasilien mit 2:3. Bei den Olympischen Spielen, wie in dem Beispiel Brasilien gegen die Bundesrepublik (1988), handelte es sich allerdings nicht um die A-Nationalmannschaften



Abstoß



Obwohl das Regelwerk eigentlich nur Strafstöße kennt, wird im Abschnitt „Vorgehensweisen zur Ermittlung eines Siegers“ vom Elfmeterschießen und von Elfmetern gesprochen. Die meisten Fußballspiele bedürfen keiner Entscheidung, da ein „Unentschieden“ dann zur Punkteteilung führt. Einige Fußballwettbewerbe wie beispielsweise Pokalspiele oder Fußballturniere im Anschluss an die Gruppenphase erfordern aber zwingend einen Sieger. Endet die reguläre Spielzeit unentschieden und erbringt auch eine Verlängerung (regelmäßig 2 Halbzeiten zu je 15 Minuten) der Spielzeit keinen Sieger, folgt das so genannte Elfmeterschießen (offiziell Schüsse von der Strafstoßmarke zur Spielentscheidung). Dabei bestimmt jede Mannschaft fünf Spieler, die im Wechsel mit der gegnerischen Mannschaft nacheinander von der Strafstoßmarke zum Torschuss antreten. Jede Mannschaft schießt abwechselnd einen hier Elfmeter genannten Strafstoß, wobei ein Nachschuss nicht möglich ist. Sobald eine Mannschaft uneinholbar in Führung liegt, hat diese gewonnen und das „Elfmeterschießen“ wird beendet. Besteht auch nach fünf Schützen beider Mannschaften noch immer bzw. erneut Gleichstand, wird im Wechsel so lange jeweils ein weiterer Strafstoß geschossen, bis ein Sieger feststeht; dabei darf ein Schütze erst dann zum zweiten mal antreten, wenn alle Spieler seiner Mannschaft, die zum Abschluss des Spieles am Spiel teilgenommen haben, einen Strafstoß geschossen haben. Im Gegensatz zum üblichen Strafstoß ist beim Elfmeterschießen kein Nachschuss möglich und alle Spieler – mit Ausnahme des jeweiligen Schützen und beider Torwarte – müssen sich während des Elfmeterschießens im Mittelkreis (Feldspieler) aufhalten. Der Torwart der Mannschaft des Schützen muss sich außerhalb des Strafraumes aufhalten und soll dabei einen der Eckpunkte des Strafraumes mit der Torlinie aufsuchen. Die Schützen beider Mannschaften schießen auf dasselbe Tor. Dadurch wird ausgeschlossen, dass zum Beispiel durch einen tiefen Stand der Sonne ungleiche Bedingungen herrschen. Die Seite wird vor dem Elfmeterschießen durch den Schiedsrichter festgelegt, der dazu aber oftmals das Los entscheiden lässt. Teilnahmeberechtigt sind alle Spieler, die beim Abpfiff auf dem Fußballfeld stehen. Auswechslungen sind nur dem Torwart gestattet, wenn dieser verletzt und das Wechselkontingent noch nicht erschöpft ist. Ist beim Ende der Verlängerung die Anzahl der Spieler (wegen Ausschlüssen / Verletzungen) unterschiedlich, muss die zahlenmäßig stärkere Mannschaft so viele Spieler entfernen, bis beide Teams gleich groß sind. Verändert sich die Anzahl der Spieler während des Elfmeterschießens, findet keine Anpassung mehr statt. (Hintergrund: Tritt eine Mannschaft mit nur noch 10 Spielern gegen einen vollzähligen Gegner an, müsste im elften „Pärchen“ der vermeintlich schwächste Schütze des kompletten Teams gegen einen frei wählbaren, also wahrscheinlich den besten Spieler der reduzierten Mannschaft antreten. So wäre ein Team, das einen Feldverweis hinnehmen musste, sogar im Vorteil. Dies widerspräche dem Fairplay-Gedanken). Der Trainer jedes Teams nominiert fünf Schützen und bestimmt eine Reihenfolge aller restlichen Schützen. Abwechselnd schießt je ein Spieler beider Teams einen Elfmeter. Das Elfmeterschießen gewinnt diejenige Mannschaft, die von ihren fünf Elfmetern mehr verwandelt als die andere Mannschaft (z. B. 5:4, wenn die andere Mannschaft einen ihrer Elfmeter „verschießt“). Vergibt ein Spieler einen Elfmeter und gerät seine Mannschaft dadurch in Rückstand, so hat sie noch nicht verloren, sofern noch genügend Elfmeter verbleiben, um den Rückstand wieder aufzuholen (z. B. bei einem Stand von 2:3 nach je drei Elfmetern). Erst nach fünf geschossenen Elfmetern pro Mannschaft wird „abgerechnet“ und der Sieger ermittelt. Das Elfmeterschießen wird vorzeitig beendet, wenn eine der beiden Mannschaften schon frühzeitig als Gewinner feststeht. Beispiel: nach jeweils vier Elfmetern steht es 4:2, so dass die zurückliegende Mannschaft mit ihrem fünften Elfmeter höchstens noch auf 4:3 verkürzen kann. In diesem Fall braucht die führende Mannschaft ihren fünften Elfmeter nicht mehr auszuführen, denn sie gewänne ja in jedem Fall (mit 5:2, 5:3, 4:2 oder 4:3). Sollte auch nach jeweils fünf geschossenen Elfmetern keine Entscheidung gefallen sein, wird das Elfmeterschießen so lange um jeweils einen Elfmeter für jede Mannschaft fortgesetzt, bis ein Sieger ermittelt ist. Es gibt dann keine Möglichkeit mehr, einen Fehlschuss später auszugleichen. Beispiel: Beide Mannschaften verwandeln ihre ersten fünf Elfmeter, es steht 5:5. Verwandelt eine Mannschaft ihren 6. Elfmeter und vergibt die andere ihren 6. Elfmeter, so gewinnt die erste Mannschaft mit 6:5 und das Spiel ist beendet. Besteht nach den ersten 11 Elfmetern für jede Mannschaft (die Torhüter müssen auch antreten) noch immer Gleichstand, so schießt (wieder abwechselnd) erneut jeweils ein Spieler beider Mannschaften. Die Reihenfolge der Schützen innerhalb des Teams ist jedoch von den ersten 11 Schützen unabhängig; der elfte Schütze darf z. B. den 12. Elfmeter schießen. Kein Spieler darf jedoch ein drittes Mal schießen, bevor nicht alle Mannschaftskollegen auch mindestens zweimal angetreten sind. Die K.o.-Runden von Welt- oder Europameisterschaften sind die Blüte des Elfmeterschießens. Standen Begegnungen am Ende der Spielzeit von 90 Minuten plus einer etwaigen Verlängerung von 30 Minuten unentschieden und wurde gleichwohl ein Sieger für das Weiterkommen in einem Turnier oder dessen Sieger gesucht, wurden früher entweder Münzen geworfen oder Lose gezogen, so z.B. im Halbfinale der EM 1968 zwischen Italien und der Sowjetunion. Ein Münzwurf entschied zugunsten des späteren Europameisters Italien. Auch das kurzfristige Ansetzen eines Wiederholungsspiels gehörte zum Repertoire, um eine Entscheidung zu erzielen. Jedoch ist es z.B. bei einer Weltmeisterschaft im Viertelfinale zeitlich kaum möglich, ein Wiederholungsspiel anzusetzen. Entweder ist die weiterkommende Mannschaft durch das kurzfristig angesetzte Wiederholungsspiel erschöpft und hat damit schlechtere Chancen im folgenden Halbfinale gegen eine Mannschaft ohne Wiederholungsspiel, oder das Turnier müsste insgesamt zeitlich hinausgeschoben und damit der Spielplan durcheinandergebracht werden, was bei großen Turnieren praktisch kaum möglich ist. So blieben nur Münzwurf oder Losentscheid, also Vorgänge, auf die die Leistungen der Mannschaften keinerlei Einfluss haben. Weil er das Werfen einer Münze als Entscheidung eines Fußballspiels, besonders wenn es um den Sieg eines großen Turniers ging, als extrem unbefriedigend empfand, entwickelte der Schiedsrichter Karl Wald aus Frankfurt am Main die Idee des Elfmeterschießens. Er fand 1970 auf dem bayerischen Verbandstag in München für die von ihm akribisch ausgearbeitete, heute international geltende Regel eine Mehrheit bei den Delegierten gegen den Widerstand der Verbandsführung. Wenig später übernahm der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Regel aus Bayern, kurz darauf folgten die Europäische Fußball-Union (UEFA) und der Weltverband FIFA. Das erste große Turnier, das durch ein Elfmeterschießen entschieden wurde, war die Fußball-Europameisterschaft 1976, als im Finale Deutschland und die Tschechoslowakei aufeinandertrafen. Uli Hoeneß schoss den Ball statt ins Tor in den nächtlichen Himmel von Belgrad, während Antonín Panenka seinen Strafstoß mit einem leichten Lupfer in die Tormitte verwandelte und die CSSR zum Europameister machte. Erstmals bei Weltmeisterschaften wurde das Halbfinale Deutschland gegen Frankreich bei der WM 1982 in Spanien mit einem Elfmeterschießen entschieden, wobei Deutschland sich durchsetzte. Das Elfmeterschießen kann allerdings auch zur Förderung unattraktiven Sicherheitsfußballs beitragen. Dies kann dann passieren, wenn beide Mannschaften aufs Elfmeterschießen hoffen und gegen Ende der regulären Spielzeit bzw. in der Verlängerung nicht mehr in erster Linie eigene Tore schießen, sondern nur noch Tore des Gegners verhindern wollen. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1986wurden drei der vier Viertelfinalspiele und bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 beide Halbfinalspiele erst durch Elfmeterschießen entschieden. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994schaffte im Finale Brasilien-Italien keine der beteiligten Mannschaften innerhalb von 90 Minuten regulärer Spielzeit und 30 Minuten Verlängerung einen Treffer, so dass der WM-Titel nach einem 0:0 mit folgendem Elfmeterschießen vergeben werden musste. Brasilien siegte 3:2, Roberto Baggio war der tragische Verlierer. Ähnlich knapp war das Finale der WM 2006 zwischen Italien und Frankreich (1:1, 5:3 i.E.). Um das Spiel attraktiver zu gestalten, führte die FIFA in den 1990er-Jahren zeitweise die Golden-Goal-Regelung ein, durch die es seltener Abstoß ist eine Spielfortsetzung im Fußball. Er wird verhängt, wenn der Ball zuletzt von einem Spieler der angreifenden Mannschaft berührt wird und vollständig die Torlinie überschreitet, ohne dass dabei ein Tor erzielt wird. Der Ball wird hierbei von einem Spieler der verteidigenden Mannschaft, üblicherweise dem Torwart, aus dem Torraumherausgespielt. Der Ball muss beim Abstoß aus dem Strafraum gespielt werden. Nach der korrekten Ausführung eines Abstoßes ist der Ball „im Spiel“, d.h. es kann direkt aus einem Abstoß ein Tor erzielt werden. Der Abstoß darf ebenfalls von einem Feldspieler ausgeführt werden. Regelungen Der ausführende Spieler darf den Ball nicht ein zweites Mal spielen, bevor ihn nicht ein anderer Spieler berührt hat. Wenn der Torwart den Abstoß ausführt, darf er ihn dabei nicht mit den Händen berühren. Der Abstoß wird aus irgendeiner Position im Torraum ausgeführt. Die Spieler der angreifenden Mannschaft müssen sich zum Zeitpunkt des Abstoßes außerhalb des Strafraums der verteidigenden Mannschaft befinden. Wenn der Ball beim Abstoß nicht außerhalb des Strafraums gespielt wird, so wird der Abstoß wiederholt, dass Spiel wird weiter gespielt wenn der Gegenspieler den Ball hat. Sollte im Moment des Abstoßes sich ein Angreifer im Strafraum befinden und, nachdem der Ball, der aus dem Strafraum geschossen wurde, wieder dorthin befördert wurde, zum Ball gehen, so ist auf Wiederholung des Abstoßes zu entscheiden. Wenn ein Spieler beim Abstoß den Ball, nachdem dieser die Strafraumgrenze überschritten hat, bevor er von einem anderen Spieler berührt oder gespielt wurde, ein zweites Mal spielt, wird der gegnerischen Mannschaft ein indirekter Freistoß zugesprochen. Häufig wird der Ball beim Abstoß über längere Entfernungen in die Hälfte des Gegner geschlagen. Dabei läuft der abstoßende Spieler meist mit leicht schrägem Anlauf zum Ball. Bei weiten Abstößen sollte der Oberkörper leicht schräg hinter dem Ball sein, das Fußgelenk gestreckt und fest. Der Ball sollte mit dem Spann etwas unter dem Zentrum des Balles getroffen werden. Der Anstoß ist beim Fußball das Anspielen des Balles zu Spielbeginn, nach einem Torerfolg, zu Beginn der zweiten Halbzeit und zu Beginn jeder Spielhälfte einer möglichen Verlängerung. Im englischen wird der Anstoß Kick off genannt, in FrankreichCoup d'envoi. Auf spanisch heißt er Salida, auf portugiesisch Pontapé de sa'da und auf italienisch Calcio d'inizio. Der Anstoß wird im Mittelpunkt des Mittelkreises (bzw. des Feldes) ausgeführt, wenn der Schiedsrichter durch den Anpfiff das Zeichen dazu gegeben hat. Beide Mannschaften müssen in ihren Spielhälften, die durch die Seitenwahlentschieden wird, stehen. Der Schiedsrichter wirft eine Münze, und die erfolgreiche Mannschaft entscheidet, in welche Richtung sie in der ersten Spielzeithälfte angreifen wird. Die andere Mannschaft führt den Anstoß zu Beginn des Spieles aus. Die Mannschaft, die das Losen gewonnen hatte, führt den Anstoß zu Beginn der zweiten Spielzeithälfte aus. Für die zweite Halbzeit des Spieles wechseln die Mannschaften die Seiten und spielen auf das andere Tor. Ein Tor kann aus einem Anstoß direkt erzielt werden. Beim Anstoß müssen alle Fußballspieler sich in ihrer eigenen Spielfeldhälfte befinden. Die Gegenspieler der anstoßenden Mannschaft müssen mindestens 9,15 m vom Ball entfernt sein (also außerhalb des Mittelkreises) bis der Ball im Spiel ist. Der Ball muss vor dem Anstoß auf dem Mittelpunkt des Spielfeldes ruhen ohne sich zu bewegen.



Geschichte



Es gibt unterschiedliche Überlieferungen über die Anfänge des Fußballspiels. Schon im zweiten Jahrtausend v. Chr. wurde in China ein fußballähnliches Spiel namens Ts’uh-chüh(„ts’uh“ = mit dem Fuß stoßen; „chüh“ = Ball) ausgetragen. Über die damaligen Regeln des Spiels ist nichts bekannt. Jedoch gilt als sicher, dass es als militärisches Ausbildungsprogramm zum Training der Soldaten durchgeführt wurde. Im Laufe der Zhou-Dynastie breitete sich das Sportspiel auch im Volk aus, und man versuchte mit strengeren Regeln Gewalt und Rauigkeit zu verhindern. Der Ball war aus Lederstücken zusammengenäht und mit Federn und Tierhaaren ausgestopft. In der Qin- bis zur Sui-Dynastie wurde das Fußballspiel immer beliebter. Zwischen den Jahren 220 und 680 wurden der luftgefüllte Ball erfunden und erstmals Fußballregeln (Tore, Torhüter und Spielführer) festgehalten. Etwa 100 Jahre später geriet das Spiel jedoch wieder völlig in Vergessenheit. Aus dem Kulturkreis des antiken Griechenland sind Abbildungen von Ballspielen auf Reliefs und Vasen erhalten, vornehmlich aus Sparta, wo die Körperertüchtigung einen hohen Stellenwert hatte. Auch die Römer der Antike kannten Ballsportarten, die wie das chinesische Ts’uh-küh u. a. in einem militärischen Kontext gespielt wurden. Im Frühmittelalter wurde in England Fußball gespielt, indem zwei Dörfer versuchten, einen Ball in das gegnerische Stadttor zu befördern. Da es keine Regeln gab, kamen schlimme Verletzungen häufig vor. Das „Spielfeld“ lag immer zwischen zwei Dörfern, selbst wenn diese mehrere Kilometer auseinander lagen. Mit der Entdeckung Amerikas kamen die Europäer mit den alten Ballspielen Mittelamerikas in Verbindung, die eine lange Tradition über verschiedene Kulturen besaßen, teilweise eine religiöse oder gerichtliche Funktion besaßen und in beeindruckenden Stadien ausgetragen wurden. Auch wenn England als das Mutterland des Fußballs gilt, so gab es auch in Frankreich und Italien schon mit dem Treibballspiel verwandte Kampfspiele. Seit dem 15. Jahrhundert wird in Florenz der Calcio Storico praktiziert, eine Art Fußballspiel, bei dem es recht rüde zugehen kann. Scaino schrieb 1555: „Dem Läufer, der mit dem Ball in der Hand das Feld durchläuft, sollen irgendwelche Kräftigen Platz schaffen, damit ihr Mann ungehindert freien Durchgang habe. Sieht er sich aber von einer großen Schar angegriffen, so soll er im Lauf nachlassen und … den Ball stoßen, und zwar wird er das schneller mit dem Stoße des Fußes als in anderer Weise können, da ein Stoß in dieser Weise sicherer ist.“ 1848 verfassten Studenten der Universität Cambridge die ersten Fußballregeln. Danach bestand eine Mannschaft aus 15 bis 20 Spielern. Im Jahre 1857 gründeten Cricketspieler mit dem FC Sheffield den ersten offiziellen Fußballverein der Welt. England gilt heute als das Mutterland des Fußballs, weil 1863 in London die Football Association (FA) gegründet wurde und das umfangreiche Regelwerk jener Jahre die Entwicklung des gesamten Fußballs förderte. 1866 wurde die Abseitsregeleingeführt: Ein Spieler war nur dann „abseits“, wenn er bei der Ballannahme weniger als drei Gegner vor sich hat. Im Sheffield Code wurden die Regeln um den Eckball und den Freistoß erweitert. 1870 begrenzte die FA die Zahl der Spieler auf elf. Ein Jahr später verbot der englische Fußballverband allen Feldspielern das Handspiel, nur der Torwartdurfte noch den Ball in der eigenen Hälfte mit der Hand spielen, hatte ihn aber nach zwei Schritten wieder freizugeben. Diese Regel galt bis 1969. Damit wurde erstmals das Fußballspiel vom damals weit verbreiteten Rugby abgegrenzt. 1872 wurde eine einheitliche Ballgröße von der englischen Association festgelegt und das erste offizielle Länderspiel in Glasgow zwischen Schottland und England ausgetragen (Endstand 0:0). Im selben Jahr wurde mit dem FA Cup der erste nationale Fußballwettbewerb eingeführt. Zwei Jahre später wurde der Fußballschiedsrichter eingeführt, der das Spiel als Unparteiischer leitete. 1878 fand das erste Spiel bei elektrischer Beleuchtung (durch sog. Flutlichter) in Sheffieldan der Bramall Lane statt. Ein Jahr später wurde die erste Profi-Liga in England gegründet (erster Meister war Preston North End). Im Jahre 1891 wurde in Irland der Elfmeterins Reglement aufgenommen. Seit 1897 kann ein Entscheidungsspiel bei einem Unentschieden verlängert werden. Zwei Jahre später erlaubte der englische Verband in England den bezahlten Vereinswechsel, zunächst allerdings nur zu einem Höchstbetrag von zehn Pfund. Im Kontinentaleuropa konnte sich der Fußball vor allem in der Schweiz durchsetzen. In der Genferseeregion wurde von Engländern, die an dortigen Privatschulen studierten, in den 1860er-Jahren der Fußball eingeführt. Der vermutlich älteste Schweizer Verein war der Lausanne Football and Cricket Club, welcher 1860 gegründet wurde. Der älteste noch bestehende Klub, der 1879 ebenfalls von englischen Studenten gegründete FC St. Gallen, spielte anschließend eine zentrale Rolle bei administrativen Fragen rund um den Fußball. Von der Schweiz aus wurde der Fußball in die umliegenden Ländern exportiert. Beispiele: Der von Schweizern gegründete Stade Helvétique Marseille wurde 1909 französischer Meister; die Mannschaft bestand aus 10 Schweizern und einem Engländer. Der FC Barcelona wiederum wurde von Hans Gamper gegründet. FC St. Gallen im Jahr 1881
1895 formierten elf Schweizer Klubs den Schweizerischen Fußballverband. Dieser trug die erste Schweizer Meisterschaft in der Saison 1897/1898 unter dem Sponsor «La Suisse Sportive», einer welschen Sportzeitung, aus. Der Fußball in Deutschland befand sich zur gleichen Zeit noch in den Kinderschuhen. Erstmals eingeführt in Deutschland wurde das Fußballspiel 1874 von dem Gymnasiallehrer Konrad Koch in Braunschweig am Martino-Katharineum. Es musste hier viel länger als im Mutterland England um seine gesellschaftliche Anerkennung ringen, denn bis ins 20. Jahrhundert hinein war deutsche Leibesertüchtigung und -erziehung gleichbedeutend mit dem seit der Reichsgründung im Jahre 1871 in Schule und Militär fest verankerten Turnen. Der aus England importierte Fußball war im Deutschen Kaiserreich eine neue Form der Körperkultur. Die Sportler selbst und die Sportfunktionäre verfolgten mit der Ausübung ihrer Sportarten indes keinerlei politische Ziele, sondern übten sie als eine Möglichkeit der Freizeitgestaltung aus. Der Fußballsport jener Jahre wurde vorwiegend von den Besserverdienenden bevorzugt. Arbeiter hatten kaum die finanziellen Mittel für die hohen Anschaffungskosten der Ausrüstung. Dagegen waren Angestellte offener für Neues - 30 bis 40 Prozent von ihnen waren damals bereit, einen großen Teil ihres Einkommens für Freizeitbeschäftigungen auszugeben. 1900 bekam der Fußball mit Gründung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erstmals in Deutschland einen übergeordneten Verband. Im gleichen Jahr wurde Fußball olympische Disziplin. Am 31. Mai 1903 richtete der Altonaer Fußballclub von 1893 (Altona 93) das Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft zwischen dem VfB Leipzig und dem DFC Prag auf der Exerzierweide in Bahrenfeld (damals ein Stadtteil von Altona) aus. Ab 1908 entdeckte auch das Militär den Fußball und seine den soldatischen Gruppenzusammenhalt stärkende Funktion. Es entstanden die ersten Militärmannschaften innerhalb der Infanterie, bei den Matrosen u. a. Am 21. Mai 1904 wurde ein Weltverband, die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) in Paris gegründet, der Länderspiele organisieren und die internationalen Fußballregeln aufstellen sollte. Die FIFAdefinierte den Begriff gefährliches Spiel, führte den direkten Freistoß ein und hob die Bestimmung auf, wonach die Hosen der Spieler die Knie bedecken mussten. Weitere neue Regeln des Weltfußballverbandes verboten dem Torwart, beim Strafstoß die Torlinie zu verlassen, er durfte sich aber bewegen, um den Schützen zu irritieren. Ferner wurden Metalleinlagen in den Fußballschuhen untersagt, der Ball musste aus Leder sein und die Schiedsrichter waren gehalten, ein Spielprotokoll anzufertigen. 1907 wurde das Abseits in der eigenen Spielhälfte aufgehoben. Zwei Jahre später wurden Bestimmungen zum Platzverweis festgelegt. 1913 führte die FIFA den so genannten gebührenden Abstand (10Yards in etwa 9,15 Meter) zwischen Schütze und Gegenspielern beim Freistoß ein. 1920 wurde Abseits beim Einwurf aufgehoben. Seit 1924 darf der Eckballdirekt ins Tor geschossen werden. Österreichwar mit der Einführung einer Profi-Liga im Jahre 1924 der erste kontinentaleuropäische Staat mit einer Liga für Berufsfußballspieler. Drei Jahre später initiierte der Österreichische Fußball-Bund mit dem Mitropapokal den ersten bedeutenden internationalen Wettbewerb für Vereinsmannschaften in Europa. Der Mitropapokal gilt als Vorläufer des heutigen Europapokals. Im Jahre 1930 richtete die FIFA auf Initiative von Enrique Buero und Jules Rimet die erste FIFA-Weltmeisterschaft aus, bei welcher der Gastgeber Uruguay Weltmeister wurde. 13 Mannschaften nahmen an der WM teil, die deutsche Mannschaft verzichtete jedoch aus Kostengründen auf die Reise nach Südamerika. Der europäische Fußballverband UEFA wurde 1954 in Basel gegründet. Die UEFA richtete bereits 1955/56 den ersten Europapokal der Landesmeister aus und seit 1960 den Wettbewerb Europapokal der Nationen aus, der 1968 in Europameisterschaft umbenannt wurde. Das Fußballspiel wurde in den kommenden Jahren immer populärer. Die Massenmedien und die Entwicklung des Fernsehens steigerten das weltweite Interesse an dem Sport. Am 15. Dezember 1995 erschüttert ein Gerichtsurteil die gängige Ablösepraxis im Fußball. Der Europäische Gerichtshof entschied auf Klage von Jean-Marc Bosman, dass Fußballspieler normale Arbeitnehmer seien. Seit dem so genannten „Bosman-Urteil“ kann für Fußballspieler nur noch Ablöse verlangt werden, wenn sie einen laufenden Vertrag haben. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 plante die FIFA eine revolutionäre technische Neuheit: die Einführung eines Microchip im Ball (entwickelt vom Fraunhofer-Institut in Erlangen), mit dem über Funk erkannt werden kann, ob der Ball die Torlinie überschritten hat oder nicht. Der Fußballschiedsrichter erhält zeitnah ein Signal, wenn die Torlinie vom Ball überschritten wird. Ein vierter Schiedsrichter oder eine langwierige Spielunterbrechung ist nicht nötig. Die Torlinientechnologie wurde von der FIFA bei der U-17-Fußball-Weltmeisterschaft in Peru getestet. Der Funkchip kann auch für die Erkennung von Abseits und Seitenaus eingesetzt werden. Um ein Abseits zu erkennen, müsste in den Schienbeinschonern aller Spieler ebenfalls ein Mikrochip vom gleichen Typ eingesetzt werden. Kurz vor der WM verwarf die FIFA aber den Plan und verschob die Einführung, da das System noch nicht richtig funktionierte. Nach einem erneuten Test bei der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2007entschied sich das International Football Association Board jedoch gegen die Einführung jeglicher technischer Hilfsmittel, [4]was möglicherweise sogar das endgültige Aus für diese Technologie bedeutet. An der WM-Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010nehmen 194 Nationalmannschaften teil. Gesellschaftliche Bedeutung Das Fußballspiel hat sowohl als Spitzensportart mit Aktienbörsen-Präsenz sowie besonders als Breitensportart für die untere Bevölkerungsschicht große Bedeutung. Es wird in Vereinen und Schulen gespielt, aber auch von Straßenmannschaften und – mit freierer Regelinterpretation – auf Bolzplätzen und beliebigen Freiflächen. Besonders in ärmeren Ländern wie Brasilien ist der Berufswunsch Fußballstar eine der wenigen Möglichkeiten, den Armenvierteln zu entrinnen.



Fußball als Freizeitvergnügen



In die deutsche Sprache hat auf dem Fußballplatz und in der Berichterstattung ein spezieller Fußballjargon Einzug gehalten. Der Jargon wird vor allem von Fußballspielern, Fußballtrainern, Fußballfans bzw. -interessierten und in Fernsehen und Rundfunk wiedergegeben. Der Fußballjargon ist als Umgangssprache eine Sondersprache, die der (häufig vereinfachten) Kommunikation unterhalb der Fußballbeteiligten dient. Auch dadurch finden eine Abgrenzung nach außen sowie eine Identitätsbildung untereinander statt. Begriffe wie beispielsweise „die Sense ausfahren“, „bolzen“, „über den Ball säbeln“, „einen Spieler umlegen“, „Fußballhochburg“ oder „einen Pass blind spielen“ sind typische Begriffe des Fußballwortschatzes. Hinzu werden von den Beteiligten immer wieder bekannte Fußballsprüche wie „der Ball ist rund“, „das nächste Spiel ist immer das schwerste“, „Angriff ist die beste Verteidigung“ und „Fußball ist die schönste Nebensache der Welt“ verwendet.

Hooliganismus


Gesellschaftlich unterscheidet man zwischen Fußballfans und gewaltverherrlichenden Hooligans, die die Plattform der Fußballöffentlichkeit immer wieder nutzen, um Gewalt auszuüben. Sie treten häufig in größeren Gruppen junger Personen auf. In der Regel sind sie auch fanatische Anhänger eines Sportvereins, distanzieren sich aber oft von den eigenen Fußballfans. Vor allem bei und im Umfeld von Fußballbegegnungen treffen sie auf ebenso aggressive Hooligans des gegnerischen Vereins. Bei der Konfrontation der miteinander verfeindeten Fangruppen kommt es häufig zu gewalttätigen Übergriffen. Aufgrund der gewaltbereiten Fußballbesucher ist häufig eine hohe Polizeibereitschaft zur Sicherung der Spiele notwendig

Homophobie im Profifußball



Folgt man Statistiken zum Vorkommen von Homosexualität in der männlichen Bevölkerung, müssten in den Bundesligen mehrere schwule Spieler spielen, das Fußballmagazin Rund ging 2006 im Rahmen einer Themenwoche sogar davon aus, dass mindestens drei schwule Teams in den Bundesligen spielen müssten. Während mehrere Spielerinnen der weiblichen Bundesliga offen homosexuell leben, ist kein entsprechender Fall eines männlichen Spielers bekannt. Mehrere wissenschaftliche Arbeiten und journalistische Berichte haben dieses Phänomen seit der letzten Jahrhundertwende umfassend beschrieben und auf die homophobe Sondersituation des Profifußballs gerade auch gegenüber anderen primär „männlich geprägten“ Spitzensportarten hingewiesen.

Fußballvarianten


Das „echte“ Fußballspiel wird vielfach simuliert. Neben zahllosen Computerspielen werden Tischfußball, Tipp-Kick und Subbuteo als Miniaturvarianten von Millionen von Spielern gespielt. Inzwischen spielt man auch Menschenkicker als Mischform zwischen Fußball und Tischfußball. Es gibt auch zunehmend ansehnlicher werdende Wettbewerbe in Roboterfußball.

Wirtschaftliche Bedeutung


Dass der Fußball mittlerweile auch ökonomisch eine große Bedeutung hat, lässt sich an den Fußball-Weltmeisterschaften erkennen. Die Gastgeber erhoffen sich durch die Ausrichtung des nach den Olympischen Spielen zweitgrößten Sportereignisses der Welt wichtige gesamtwirtschaftliche Impulse. Zu den Weltmeisterschaften werden jeweils Stadien und Infrastruktur erneuert. Aktuelles Beispiel ist die Fußball-Weltmeisterschaft 2006, bei der alle zwölf Austragungsorte neue Fußballarenen vorweisen können, die für zwischen 48 und 340 Millionen Euro umgebaut oder neu gebaut wurden. In Bau und Erweiterung der Stadien investierten der Staat und die Betreiber rund 1,38 Milliarden Euro. Zum Vergleich wurde für die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland für neun WM-Stadien 242 Millionen Deutsche Mark (also etwa 124 Millionen Euro) ausgegeben. Die Fußball-Weltmeisterschaften werden zum größten Teil durch Sponsoren finanziert. Alleine die internationalen Hauptsponsoren des Weltverbandes FIFA zahlen mit 360 Millionen Euro (im Schnitt etwa 26 Millionen Euro) fast doppelt soviel Geld an den Verband, wie durch den Kartenverkauf eingenommen wird. Die Weltmeisterschaft wird in allen Kontinenten der Welt übertragen. Für die WM 2006 hat der Lizenzgeber für die Fernsehrechte, Infront AG, inzwischen Fernsehanstalten aus 156 Ländern unter Vertrag genommen, bis zu Beginn der WM sollen es 205 Länder sein. Voraussichtlich werden kumuliert mehr als 30 Milliarden Menschen weltweit die 64 Spiele an den Fernsehgeräten verfolgen. Das heißt jeder Mensch der Erde sieht statistisch gesehen ca. fünf Spiele der Weltmeisterschaft im Fernsehen. In Deutschland beispielsweise hatte das WM-Endspiel 2002 eine Rekord-Einschaltquote bei Sportübertragungen: Der Marktanteil der Live-Übertragung lag bei 88 Prozent. Das meiste Geld verdienen die europäischen Profi-Fußballvereine durch die Fernsehgelder, die durch Werbung im Fernsehen refinanziert werden. Alleine die Fußball-Bundesliga erhält durch die Übertragung der Spiele im Bezahlfernsehen und in Zusammenfassungen 300 Mio. Euro jährlich durch die Fernsehsender. Weitere Einnahmen erhalten die professionellen Fußballvereine durch die Zuschauereinnahmen in den Stadien und durch Sponsoren. Die unterschiedlichen Einnahmen aus Fernseh- und Sponsorengeldern ließen eine immer größer werdende finanzielle und sportliche Kluft zwischen den einzelnen Mannschaften der Ligen entstehen. Fußball wurde immer mehr wie eine Ware vermarktet: Vor allem die Fernsehgelder, das Merchandising und die Vermarktung brachten Einnahmen die sich in wenigen Jahren vervielfachten. Da mehr Einnahmen vorhanden waren, stiegen ebenso Ablösesummen für Spieler und Trainer, sowie die Gehälter der Beteiligten auf zweistellige Millionenbeträge. Die öffentlich Rechtlichen Fernsehanstalten hatten für die Übertragung der Fußball-Bundesliga im Jahre 1987/88 noch 18 Millionen DM (umgerechnet neun Millionen Euro) bezahlt, die Erstübertragung der Spiele kostete den Fernsehsender Sat.1 zehn Jahre später schon 180 Millionen DM. Die Vermarktung hatte jedoch auch ein paralleles Wachstum der durchschnittlichen Zuschauerzahlen zur Folge, in der Hinrunde der Saison 2004/05 besuchten durchschnittlich 34.720 Zuschauer die Spiele. Ebenso wie in Deutschland ist eine Steigerung der Fernsehgelder und Zuschauerzahlen genauso in Europa in England, Spanien, Frankreich, Italien in demselben Maße zu spüren.
 Ab dem Ende des 20. Jahrhunderts wurden einige wirtschaftlich starke Vereine wie Manchester United, Ajax Amsterdam oder Galatasaray Istanbul in Aktiengesellschaften umgewandelt. Der bisher einzige deutsche Verein, der den Schritt an die Börse wagte, war 2000 Borussia Dortmund. Da hohe zusätzliche Einnahmen gewonnen werden, steigt jedoch auch das wirtschaftliche Risiko einer Insolvenz - bei ausbleibendem Erfolg. Im Jahre 2005 hatte Borussia Dortmund nach sportlicher Talfahrt und hohem Schuldenstand Probleme die Lizenz zu erhalten. Jedoch haben die Fußballvereine der besten Ligen in Europa durch die Finanzierung ihrer Mannschaft hohe Ausgaben. Berufsfußballspieler in Europa verdienen häufig mehrere Hunderttausend Euro im Jahr. Wenige international bekannte Fußballspieler, so genannte Fußballstars, verdienen bis zu sieben Millionen Euro im Jahr. Spieler wie Ronaldo, Michael Ballack, Ronaldinho oder David Beckham sind weltweit bekannt und treten in Werbespots auf.



Doping


Berichte über umfangreiches und systematisches Doping im Fußball wurden aus Italien bekannt. Der spanische Fußball-Profi Josep Guardiola ist 2005 als erster Spieler in Italien wegen Dopings zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Gegen den damaligen Manager von Juventus Turin, Antonio Giraudo, den Klubarzt Ricardo Agricola und den Pharmazeuten Giovanni Rossato läuft ein Prozess wegen Dopings in den 1990er-Jahren. In den 1970er-Jahren soll es wegen Dopings bei Juventus zu massiven Gesundheitsschäden bei den Spielern gekommen sein. Für einen der bekanntesten Dopingfälle im Fußball sorgte der argentinische Spielmacher Diego Maradona bei der WM 1994, als ihm während des Turniers ein ephedrinhaltiges Medikament nachgewiesen wurde. Doping wird bei Fußballern im Vergleich zu Ausdauersportarten mit wesentlich höherem Fahndungsdruck, wie beispielsweise dem Radsport, relativ selten nachgewiesen.

Meisterschaften



Das größte Fußballereignis ist die alle vier Jahre stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft, bei der in einem Gastgeberland eine Nationalmannschaft als Sieger ermittelt wird. Nach den zwei Jahre dauernden Qualifikationsrunden werden 32 qualifizierte Mannschaften auf acht Gruppen für die Vorrunde aufgeteilt. Davon spielen 16 in der Endrunde um den FIFA WM-Pokal. Das Gastgeberland ist automatisch für die Vorrunde qualifiziert. Die Weltmeisterschaft wird seit 1930, mit zweimaliger Unterbrechung in Folge des Zweiten Weltkriegs, durchgeführt. Seit 1900 ist Fußball auch eine olympische Disziplin. Weitere große Meisterschaften sind die Copa América (Südamerika), Afrikameisterschaft, Asienmeisterschaft, Europameisterschaft, der CONCACAF Gold Cup (Nord- und Mittelamerika) und der OFC-Nationen-Pokal (Ozeanien). Die Meisterschaften werden von den sechs Kontinentalverbänden: AFC (Asien, Australien), CAF (Afrika), CONMEBOL(Südamerika), CONCACAF(Nord-, Mittelamerika, Karibik), OFC (Ozeanien) und UEFA (Europa) organisiert. 1992 und 1995 spielten die Sieger der kontinentalen Meisterschaften außerdem um den König-Fahd-Pokal und seit 1997 um den vom Weltfußballverbandorganisierten Konföderationen-Pokal. Der Gewinner des Konföderationen-Pokals 2005 in Deutschland ist Brasilien. In den einzelnen Ländern gibt es meist eine erste Liga, in der der nationale Meister ermittelt wird, und darunter ein mehrstufiges Ligasystem bis hin zu semiprofessionellen Ligen und die Amateur- und Freizeitligen.

Fußballschuhe


Fußballschuhe sind Bestandteil der Ausrüstung von Fußballspielern. Bei den Schuhen für den Wettkampf- und Trainingsbetrieb wird grundsätzlich zwischen Leisten-, Stollen- und Nockenfußballschuhen unterschieden. Bei den früher üblichen Leistenschuhen wurden die Leisten aus Leder oder Gummi hergestellt, erstreckten sich über die gesamte Sohlenbreite und waren an den Ecken abgerundet. Stollenschuhe besitzen unabhängig voneinander einzeln an der Sohle angebrachte Stollen, die auswechselbar sein können. Diese können aus Leder, Gummi, Keramik, Aluminium oder Kunststoffsein. Bei Nockenstollenschuhen sind die Gummi- oder Kunststoffstollen als fester Bestandteil der Sohle geprägt und nicht auswechselbar. Die Sohle muss mindestens zehn Nockenstollen aufweisen. Für komplette Mannschaften wurden auswechselbare Stollen das erste Mal im Jahr 1954 eingesetzt, zunächst beim Endspiel um die Deutsche Meisterschaft zwischen Hannover 96und dem 1. FC Kaiserslautern, als Hannover in Pumaschuhen mit Schraubstollen auflief. Die Schuhe wurden von Rudolf Dassler, dem Gründer von Puma entwickelt. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz wurden von der deutschen Mannschaft Schuhe mit auswechselbaren Stollen von Adidas eingesetzt. Gerade auf dem regennassen Rasen im Endspiel im Berner Wankdorfstadion war dies ein großer Vorteil gegenüber den mit Leistenschuhen eines ungarischen Herstellers ausgerüsteten Ungarn. Diese Schuhe mit den Schraubstollen basierten auf einer Entwicklung von Rudolf Dasslers Bruder Adolf, dem Gründer von Adidas, und seinem Schwager Raimund Martz aus dem Jahr 1953. Fußballschuhe mit Eisenstollen gelten vielfach als unerwünscht. In den Regeln heißt es dazu: Die Beschaffenheit der Stollen/Nocken bezüglich Material, Anzahl und Masse (Länge/Durchmesser) darf weder für den Träger noch für die anderen Spieler eine Verletzungsgefahr bedeuten. [1]Erst ab einer gewissen Altersklasse werden derartige Schuhe zugelassen.